Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Spanien 2005 - 6. Tag

14.7.2005, Donnerstag - Pyrenäen

Zaragoza (ES), Castelnaudary (F), Vienne Reventin (F), Pontarlier (F)

Route

Heute geht es im ersten Leg über die Pyrenäen. Wir sind 08:45 Uhr in der Luft über Zaragoza.

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Nach dem Start steigen wir sofort auf 7500 ft. Als wir näher an die Pyrenäen heran kommen wird schnell klar, diese Höhe reicht nie und nimmer. Auch nicht durch die Pässe. Also legen wir noch 2000 ft drauf.

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In Höhe der schneebedeckten Südseiten der umgebenden Gipfel schrammeln wir über die Pässe der Zentralpyrenäen. Die Sicherheitsmindesthöhe gibt Scheppersen hier mit 13600 ft an. An der Grenze zu Frongreisch werden die Hänge plötzlich grün. Mitteleuropa hat uns wieder.

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In Frankreich ist heute Nationalfeiertag. Soviel wissen wir aus Christians letzter SMS. Das der Schengener Vertrag ausser Kraft gesetzt wurde glauben wir ihm allerdings nicht. Hinterher stellt sich heraus, er hatte es durchaus ernst gemeint. Ursache waren die Terroranschläge von London. Allerdings blieb diese Tatsache für uns ohne Konsequenzen.

Der Anflug in Castelnaudry ist doch recht bockig und die Landung erfordert volle Konzentration. Über den Flugplatz fegt ein beeindruckender Wind. Wir schieben die Zodi ins hohe Gras und haben trotzdem Bedenken sie unangebunden stehen zu lassen.

Hinter uns kommt eine MCR mit einem englisch sprechenden Pilot rein, den es genauso durchschüttelt. Er hat uns im Gegenanflug beobachtet und dabei schon Respekt vor der Landung bekommen.

Wir erreichen am zentralen 0800 AIS-Telefon keinen Operator. Erst direkt beim Tower in Carcasson können wir unseren Flugplan schließen. Wir sind "raus". Den nächsten Flugplan gibt es erst zum Rückflug nach Deutschland.

AVGAS ist offensichtlich auch gerade alle oder die Tankstelle ist kaputt. Zum Glück erkennt ein ansässiger FK9 Pilot die Zodi als UL und bietet uns Super Plus an. Das ist uns sowieso viel lieber. Dann gehen alle an die Bar und trinken einen auf den Nationalfeiertag. Der englisch sprechende Pilot meint: "Natürlich wird euch jemand in die Stadt bringen". Vorher wird aber nochmal angestoßen: "Vive la France". Mit dem Hinweis auf das Nationalgericht werden wir dann vor der Brasserie abgesetzt.

Im Fernsehen läuft die Tour de France und überall ist viel los. Die Franzosen feiern ihren Nationalfeiertag.

Ein Fußmarsch von 30 min bringt uns zurück zum inzwischen verweist in der Sonne dösenden Flugplatz.

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Wir steigen in die Zodi und starten Richtung Vienne Reventin. Das ist ein Platz wenig nördlich von Saint Rambert, wo wir auf dem Weg nach Süden Station gemacht hatten. Diesmal geht die Route nördlich von Montagne Noire und den Cevennen entlang.

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In Vienne ist niemand da. Die Hitze des Rhônetals erschlägt uns. Immerhin hatten wir selbst im Rhônetal entgegen dem Mistral Rückenwind aus SW. Nach ausführlichem Telefonieren mit Christian – nein, wir wollen am Montag nicht zusammen mit ihm zurück nach Frankreich fliegen sondern nach Hause – beschließen wir in Saint Rambert Sprit zu fassen. Dort war auf dem letzten Leg auf Unicom viel los gewesen. Beim Aufrollen auf die Piste entdecken wir, dass inzwischen jemand angekommen ist. Wir rollen wieder ab und ich bekomme Benzin und Borchert den obligatorischen Stempel ins Flugbuch.

Über die grünen Berge des Juragebirges geht es nach Norden Richtung Pontarlier, wo wir auf dem Weg nach Süden schon landen wollten, aber von einem Gewitter abgedrängt wurden.

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Wir müssen wegen einiger Sperrgebiete auf unsere Höhe achten. Wahrscheinlich sind sie zwar heute am Nationalfeiertag sowieso inaktiv. Aber wir sind gerade "draussen" und ich habe keine Lust wegen dieser paar Sperrgebiete extra reinzugehen.

Schon der Anblick von Pontarlier ist herrlich kühl und tatsächlich klebt nach der Landung kein Hemd am Körper – was für ein Genuß!

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Irgendwann nach uns landet jemand der uns auf deutsch anspricht. Wie sich herausstellt ist es ein pensionierter Deutsch-Lehrer der uns sofort an die Bar einlädt.

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Das muss aber noch warten, bis die LongEZ mit Einziehfahrwerk ihren Abendflug mit Tiefem-Laß-Krachen-Überflug beendet hat. Borchert ist begeistert und will unbedingt mitfliegen. Das Einziehfahrwerk ist aber erst neu eingebaut und es gibt noch Probleme mit dem Schwerpunkt und den Papieren – Pech gehabt.

An der Bar wird unser Flug anerkennend gewürdigt. Als ich mit dem Deutsch-Lehrer tanken gehe und er sieht, für den Flug von Vienne nach Pontarlier haben wir 21 Liter gebraucht, steigt die Anerkennung weiter. Für uns ist das eigentlich viel zu viel. Hatte ich in Vienne nicht ganz voll getankt? Der Lehrer ruft auch noch im Hotel jenseits der Straße an und bestellt uns ein Zimmer. Dann verschwinden die Franzosen vom Flugplatz. Wahrscheinlich feiern sie den Nationalfeiertag zu Hause weiter.

Wir gehen ins Hotel und essen noch ein letztes Mal wie Gott in Frankreich. Das Personal muss uns schließlich ermahnen. Die Gaststätte hat schon längst geschlossen.