Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Spanien 2005 - 5. Tag

13.7.2005, Mittwoch - Trägerlandung in Zaragoza

Granada - Santa Fé (ES), Castellón (ES), Zaragoza (ES)

Route

Wir starten zeitig in den Morgen. Das Taxi bringt uns 08:00 Uhr in morgendlicher Kühle zum Flughafen. Dort können wir jetzt tanken und nach dem Start geht es Richtung Valencia. Wieder einmal fliegen wir über die niemals endenden spanischen Berge. Diesmal sind es die Sierras de Cazorla, Segura y Las Villas. Die höchsten Spitzen sind über 6000 ft hoch.

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Der Anblick ist grandios.

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Der auf dieser Reise immerwährende Rückenwind ermöglicht uns einen Flug bis Castellón was wir vorrausschauend bereits als Alternate im Flugplan eingetragen haben. Trotzdem lässt uns Valencia APP nicht auf direktem Weg die Kontrollzone leicht anschneiden, sondern schickt uns Midfield über Valencia. Uns soll es Recht sein. So bekommen wir noch eine weitere Stadtbesichtigung.

Das Benzin ist aus unserer Tankanzeige schon über Valencia verschwunden. Wir wissen genau, zu diesem Zeitpunkt haben wir noch über 20 Liter im Tank. Das sind 90 Minuten. Trotzdem ist es wieder einmal spannend und obwohl wir genau gerechnet haben ein komisches Gefühl. In Castellón landen wir nach einer Flugzeit von 3:10. Und tatsächlich tanken wir nur 42 Liter, hatten also noch über eine Stunde Reserve.

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Dann machen wir einen Plan über unseren Rückweg. Einfach wieder die Küste entlang ist uns zu langweilig. Das Wetter ist gut und stabil – Pyrenäen-Wetter! Um vor dem Grenzübertritt, für den wir sowieso einen Flugplan brauchen nicht noch aus dem System "raus" zu müssen, suchen wir uns einen Flugplatz östlich von Zaragoza aus. Monflorite wird von den lokalen Urgesteinen als Segelflugplatz bezeichnet.

Für die nördlichere Route durch Frankreich haben wir aber keine Anflugkarten mitgenommen. Also schicken wir Christian eine Liste mit Flugplätzen und die Faxnummer des Flugleiters. Dann gehen wir baden.

Als wir vom Baden zurück kommen, hängt am Flugzeug ein Zettel: "Landing Monflorite no!!! Landing Zaragoza". Im Flugleiterbüro sehen wir einen Stapel Papier im Fax. Also warten wir bis der Flugleiter 16:30 Uhr von der Siesta wiederkommt. Dann bekommen wir 28 Seiten Anflugblätter und ein freches Deckblatt mit „Forward to the 2 stupid german aviatores y mercado de bau”.

Monflorite hat also unseren Fluplan nicht angenommen. Wir haben uns inzwischen ans System gewöhnt. Es macht uns nichts aus, eine weitere Nacht drin zu bleiben. Wir akzeptieren Zaragoza und starten gegen 17:00 Uhr.

Nach Zaragoza geht es über Tafelberge, deren Gipfel von Steinmauern umrandet sind und die mitunter einen Hahnenkamm aus Mauern haben. Eine Art gigantische Punks.

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In Zaragoza bekommen wir Piste 30R. Borchert setzt die Zodi butterweich auf die Piste und dann passiert es. Vor uns taucht ein Kabel auf, welches auf 10 cm hohen Abstandsringen quer über die Landebahn liegt. Keine Chance zu reagieren. Es geht alles viel zu schnell. Es gibt zwei kapitale Schläge und die Zodi rollt weiter als ob nichts gewesen wäre. Dieses Bild haben wir am nächsten Morgen beim Start in Gegenrichtung 12L aufgenommen.

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Borchert scheint sich mächtig aufzuregen, also rege ich mich auch mit auf. Der Turm beherrscht zu diesem Thema kein verständliches Englisch. Ich meine zu verstehen, falls uns was passiert sei, sollen wir gleich zur Werkstatt rollen. Da die Zodi unbeeindruckt rollt, fahren wir erst mal zum Vorfeld. Ein gründlicher Check von Reifen und Felgen ergibt keine Schäden.

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Wir lassen unseren Frust am Tankwart und der Flugplan-Dame aus. Der Tankwart rennt uns wegen fehlenden Wechselgeldes quer durchs Terminal hinterher. Der Flugplancomputer spuckt auch NOTAMS aus. Allerdings braucht er dazu eine FIR. Ich kenne keine spanische FIR. Aber Berlin FIR EDBB tut es auch - Computer sind blöd! Für Zaragoza gibt es trotzdem kein NOTAM, was dieses Kabel erwähnt. Wir finden das eine Sauerei. Auf allen kleinen Plätzen haben wir tiefe Überflüge gemacht um solche Situationen auszuschließen und in Zaragoza International erwischt es uns. Sollten wir auch auf den großen Airports vor der Landung einen tiefen Überflug machen?!?

Erst als wir wieder zu Hause sind bekomme ich von Flyman den Hinweis, es handele sich um ein "Arrestor cable", eine Fangleine wie sie auf Flugzeugträgern benutzt wird. Und tatsächlich, wenn man die AIP nach dem richtigen Stichwort durchsucht...

Die Dame vom IBERIA Schalter googelt uns ein Hotel. Mit der Adresse gehen wir zum Taxistand. Der Taxifahrer will uns aber nicht hinfahren. Angeblich ist es nicht weit genug und er müsste uns zuviel berechnen. Wir lassen uns auf diese Diskussion nicht ein und bitten ihn eindringlich zu fahren. Glück gehabt. Der Weg geht bestimmt 5 Kilometer über eine Autobahn. Was er sich dabei gedacht hat?

Im Hotel ist nur noch die Hochzeitssuite frei. Wegen eines Spanienfluges muss man ja nicht gleich heiraten, aber wir brauchen eine Bleibe. Die Empfangsdame jongliert eifrig mit ihren Zimmern hin- und her und zaubert dann doch noch ein Doppelzimmer aus dem Hut. Das Hotel entpuppt sich als Absteige für die Bauarbeiter der riesigen Baustelle um den Flughafen herum. Hier werden EU Gelder verbraten.

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Auch ein Sachse ist da, der in uns für seine zwei Leiharbeiter hält. Wir lehnen dankend ab und erklären unseren Urlaub. Er ist begeistert, besonders von unserer Matrix.