Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Spanien 2005 - 3. Tag

11.7.2005, Montag - Spanien

Moia (ES), Castellón (ES), Ontur (ES), Totana (ES)

Route

Nach dem Frühstück holt uns Jordi an der Pension wieder ab.

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Er hat einen Kanister mitgebracht, damit wir an einer Tankstelle Benzin fassen können. Super Plus kostet in Spanien aktuell 1,- Euro im Gegensatz zu Deutschland mit 1,25. Er erklärt uns auch den eigenartigen Geruch der über der Stadt liegt. Es ist eine Schweinemastanlage. Später lernen wir in Spanien gibt es davon anscheinend unendlich viele gibt.

Zum Abschied drehen wir noch eine Runde über Moia. Die Piste ist auf dem Bild rot markiert.

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Jordi hat uns Castellón de la Plana als schönen Flugplatz am Mittelmeer empfohlen. Wir fliegen Richtung SW vorbei am Nationalpark de Sant Llorenc del Munt über eine gebirgig-schroffe Landschaft.

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Unter uns erstrecken sich kilometerlange Felswände.

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Notlandeplätze sind selten aber die Zodi schnurrt zuverlässig.

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Die Kontrollzone von Reus umfliegen wir nördlich. Die Mittelmeerküste erreichen wir nördlich des Ebro-Deltas.

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Das Ebro Delta sticht durch sein saftiges Grün und die ebene Gestalt vom gebirgigen Karst ab der uns die letzte Stunde begleitet hat. In Deutschland wäre das ein normales grünes Feld. Hier ist es eine Erholung für die Augen.

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Weiter geht es die stark bebaute Küste der Orangenblüten, Costa del Azahar entlang nach Süden.

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Castellón ist ein Flugplatz, den wir in Deutschland als normalen Verkehrslandeplatz bezeichnen würden. Der Strand ist direkt neben der Landebahn. Natürlich springen wir ins Mittelmeer.

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Es gibt einen Flugleiter und eine Tankstelle, aber keine Landegebühr.

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Als nächstes Ziel suchen wir auf der Scheppersen einen Platz, der nicht nur als UL-Platz eingezeichnet ist, sondern ein richtiges Flugplatz-Zeichen hat – Ontur. Wir wissen es ist Montag und wir werden Benzin brauchen. Für eine ICAO Kennung hat es allerdings nicht gereicht.

Die Route führt uns zunächst Richtung Südost um die Kontrollzone von Valenzia herum über Berge, Gebirge und Hochplateaus. Scheppersen nennt diese Gegend "La Peña Rubia".

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Spanien ist ein sehr bergiges Land.

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Wir erreichen Castilla-La Mancha und die Gegend verändert ihre Gestalt. Ob das die Windmühlen sind, gegen die schon Don Quichote kämpfte?

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Die Hügel werden kleiner und rücken an den Horizont. Unter uns breitet sich eine Hochebene aus.

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Ontur hat eine 800m lange Asphaltpiste. Weil sie aber keine 5 Meter breit ist sieht sie eher aus wie eine Straße. Die Landung geht um einen Hügel herum hinunter auf die schmale abfallende Piste.

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Aus der Luft haben wir schon ein Auto entdeckt und sind erleichtert. Das ist ein gutes Zeichen. Wir werden Benzin bekommen. Nach dem Abstellen erschlägt uns die Hitze. Die Sonne flirrt über den Bergen.

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Wir sind auf einem einsamen Platz mitten in der Wüste gelandet und werden das Gefühl nicht los hinter den Bergen lauern Don Quichote und sein Knappe. Auch für einen Western würden die hitzeflirrenden Berge die passende Kulisse abgeben. Das Lied vom Tod geht uns durch den Kopf.

Das Auto ist mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Ein paar Appartement-Häuser künden von den kühnen Plänen hier Flieger-Tourismus zu etablieren – keine Chance! Hier bekommen wir niemals Sprit. Und niemals ist frühestens am nächsten Wochenende.

In Anbetracht der unausgefüllten Situation in unserem Tank beschließen wir auf Nummer sicher zu gehen und Murcia Alcantarilla anzufliegen, ein Platz mit Kontrollzone und Towerfrequenz, 30 min entfernt. Dort muss es Sprit geben.

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Murcia Tower antwortet nicht auf unsere Anfragen. Irgendwelche französische Kommunikation läuft auf der Frequenz. Wir aber werden ignoriert. Einfach so zu landen wagen wir nicht. Das ist auch gut so, denn bei gründlicher Durchsicht des Flugplatzverzeichnisses findet sich Murcia unter den Militärplätzen. Also weiterfliegen zu unserem Alternate Totana 10 min südwestlich Murcia. Dort gibt es eine Piste mit Compacto-Belag. Das hatten wir auch noch nicht.

Compacto erweißt sich als hart gestampfter Boden. Ein paar Fässer stehen rum, die aussehen als ob sie beim illegalen Nachtflug die Piste beleuchten. Es gibt eine Reihe Hangars und eine Art Clubhaus. Der Wind treibt den Staub über den Platz. Nur Menschen sind nirgendwo zu sehen.

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Im Flugplatzverzeichnis steht eine Telefonnummer. Die rufe ich an. Zwar versteht das Gegenüber kein Englisch aber immerhin Aeroporta Totana. Ich nehme die zweite Nummer. Die Frau versteht auch kein Englisch versucht mir aber eine weitere Telefonnummer zu diktieren. Leider reicht mein Spanisch nur bis quattro.

Borchert klappert mit einer Zeichnung, die ein Flugzeug, einen Kanister und eine Tankstelle zeigt, die umliegenden Schweinehirten ab. Der erste hat kein Auto. Der zweite kramt einen alten Kanister aus dem Mist. Auf die gestenreiche Erklärung, der müsse aber sauber sein, wird der Rest des trüben Inhalts in die Ecke gekippt – nein danke. Schließlich findet Borchert einen ehemaligen britischen Hubschrauberpilot, der jetzt in Spanien wohnt. Der hat ein großes Herz für kleine Flieger und fährt Borchert an eine Tankstelle.

Inzwischen ist auch jemand auf den Flugplatz gekommen. Der will an seinem Motor schrauben und bietet mir gleich Benzin an. Ich muss ablehnen, denn Borchert wird ja auch Benzin mitbringen. Als Borchert schließlich mit 4 Tüten Benzin zu je 8 Litern wieder kommt ist es schon zu spät für ein weiteres Leg unter diesen experimentellen Umständen. Inzwischen ist auch der Sohn des Schweinebauern nach Hause gekommen und will uns zur Tankstelle fahren...

Der Motorenschrauber fährt uns in die Stadt zum Essen. Er scheint ein großer Alonso-Fan zu sein und genauso fährt er auch mit seinem Fiat.

Schließlich werden ein paar Flugzeuge zusammengeschoben und wir bekommen einen Hallenplatz für die Zodi und den Schlüssel, den wir am nächsten Morgen unter einen Stein legen sollen. Isomatte und Schlafsack breiten wir vor der Halle aus. Allerdings ist es für einen Schlafsack viel zu warm, besonders für meine Daune, die ich wegen ihres geringen Gewichts für diese Reise gewählt haben. Andererseits summen irgendwelche Viecher um meinen Kopf und treiben mich tiefer in den Schlafsack.

Einen Hund scheinen wir auch zu stören. Der kleine Köter kläfft viele Stunden lang. Wir merken deutlich wie er damit auch dem Flugplatzhund auf die Nerven fällt. Der knurrt mitunter und blafft den Kläffer an. Aber der lässt sich höchstens mal kurzzeitig hinter die Hallen vertreiben.