Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Spanien 2005 - 2. Tag

10.7.2005, Sonntag - Frankreich

Besançon la Vèze (F), St. Rambert d' Albon (F), Perpignan (F), Moia (ES)

Route

Am Morgen ist außer den Fallschirmspringern immer noch niemand da. Die Springer machen eisern Frühsport. Wir entdecken ein Hauptflugbuch, in das wir uns brav eintragen. Die Landegebühr von 6,20 € werfen wir in den Briefkasten. Dann starten wir Richtung Saint Rambert.

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Ein kräftiger Rückenwind schiebt uns nach Süden.

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Wir fliegen zunächst unter blauem Himmel über das Juragebirge. Saint Claude zieht unter uns hindurch. Links sehen wir die Alpen und rechts ist die große Ebene der Saône, die bei Lyon in die Rhône fließt. Der Wind kommt von NW und am Rand der Berge stauen sich ein paar Wölkchen.

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Die Wolken werden immer dichter. Irgendwann scheinen wir auf unserem Kurs über eine geschlossene Wolkendecke zu kommen.

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Wegen der vielen Sperrgebiete rufe ich FIS. Der schickt uns nach einiger Zeit zu Lyon Info. Erst als die Airliner auf dieser Frequenz ihre Freigaben zurücklesen realisiere ich, Lyon Info ist in Personalunion Lyon Approach und wir wären ohne FIS mitten durch den Luftraum Delta von Lyon gekachelt. Die Deckel über den Kontrollzonen sind auf den Scheppersen-Karten sehr unscheinbar eingezeichnet. Das ist also gerade nochmal gut gegangen und wird uns eine Lehre sein. Wegen Verkehr bekommen wir einen Vektor, der uns direkt über die Wolken führt.

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Zur Beruhigung sehen wir im NO immer den Rand der geschlossenen Bewölkung und der nächste Vektor zum Kreuzen des Anflugsektors im rechten Winkel bringt uns zu einigen Wolkenlöchern die wir zum Abstieg nach Saint Rambert an der Rhône, einige Kilometer südlich von Lyon benutzen.

Saint Rambert hat zwei parallele Pisten die je 100m breit sind!?!?! Nachdem der Tank wieder voll und die Piloten wieder leer sind schauen wir noch einer CT zu, die über dem Platz ein paar Rollen fliegt.

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Von hier ab rutschen wir mit Rückenwind das Rhône-Tal hinunter. Ein richtiger Mistral ist das aber noch nicht.

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Südlich Valence verlassen wir das Rhône-Tal, nicht ohne von FIS an das LF(P) Cruas Meysse, ein Atomkraftwerk, aufmerksam gemacht zu werden. Wir haben aber genug Abstand. Zur Beruhigung des Kontrollers und damit die Alarmrotte Kerosin sparen kann fliegen wir noch einen extra Bogen.

Auf unserer Route über Ruoms und St. Martin de Londres vermeiden wir die höchsten Berge der Cevennen, eines südlichen Ausläufers des Zentralmassivs.

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Jede Notlandemöglichkeit wird mit Erleichterung registriert.

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Bei Narbonne-Plage stoßen wir aufs Mittelmeer. Von hier folgen wir der Küste nach Perpignan. Mit dem Rückenwind ist es jetzt allerdings vorbei. Wir müssen 30° vorhalten, um nicht aufs Meer geblasen zu werden.

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Wir haben uns einen kleinen Platz neben Perpignan ausgesucht. FIS erklärt uns, das ist ein für die Öffentlichkeit gesperrter Militärplatz. Ich hatte also nicht umsonst kein Anflugblatt... Wir entschließen uns zur Landung in Perpignan Rivesaltes. Wind 270/17G28 ist relativ viel für die Piste 33. Aber nicht zuviel für die Zodiac.

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Die Dame vom Tower möchte unbedingt, dass wir „ello ein” rollen Richtung Nirgendwo. Irgendwann wird mir klar, sie versucht „yellow line” sagen. Im Nirgendwo hinter dem Autoparkplatz ist tatsächlich der Abstellplatz für die GA.

Wir tauchen in den Service eines Flughafens ein. Der Tankwagen kommt zum Flugzeug. Ein Flugplan für den Grenzüberflug wird von einem freundlichen Mitarbeiter entgegengenommen. Der Wettermann steht gelangweilt daneben und ist froh, endlich was zu tun zu bekommen. Leider meldet er CB in Girona und Barcelona. Im Terminal rechnet der Info-Mann lange und schließlich bezahlen wir ungläubig 5,50 EUR für Landung und Parken. Da gibt es deutsche Provinzplätze die teurer sind. Wir essen zusammen mit den Touris im Flughafen-Bistro und nachdem wir unsere Lizenzen gezeigt haben und metalldetektiert wurden dürfen wir sogar wieder aufs Vorfeld.

18:00 Uhr starten wir Richtung Süden.

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Unser Ziel ist Moia, ein kleiner Platz 50km nördlich Barcelona. Moia ist auf der Scheppersen-Karte eingezeichnet und in unserem Flugplatzverzeichnis mit 700m Piste ausgewiesen. Direkt daneben soll es noch einen zweiten Platz Moia 2 geben. Wir haben keine Ahnung wie zuverlässig diese Angaben sind.

Von Perpignan bis zur spanischen Grenze sind es nur noch wenige Minuten. Wir folgen zunächst der Autobahn über die östlichen Ausläufer der Pyrenäen. Direkt auf der Grenze steht eine große Festung. Das sieht schon aus der Luft imposant aus. Weiter geht es an der Autobahn bis Figueres. Von hier führt das Routing über den Wiskey Point von Girona direkt nach Moia.

Girona APP ist etwas verwirrt über unseren Flugplan. Moia kennt er offensichtlich nicht. Nach Wiskey sollen wir Sierra 1 bestätigen. Das liegt aber weitab unserer Route. Ich erkläre ihm geduldig, wir wollen nach Südwesten und nicht nach Süden. Schließlich stimmt er entnervt zu und als wir seinen Luftraum verlassen entläßt er uns erleichtert hastig von der Frequenz.

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Vor uns bauen sich jetzt die gemeldeten Gewitter auf aber Moia ist nicht mehr weit.

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Wir sind inzwischen mitten in den Bergen. Und tatsächlich ist genau an der vom Scheppersen versprochenen Stelle eine Piste auf einem Bergrücken.

Nach der Landung rollen wir gemütlich zurück, als ein Polizeiauto vorfährt. Gilt das etwas uns? Im Prinzip ja, aber... Die einheimischen Piloten erklären uns, Moia sei so langweilig, dass die Polizei bei jedem landenden Flugzeug kommt.

Am Flugplatz unterhält Jordi Santacana Aeroplans Blaus, einen Versand für Luftfahrtbedarf. Jordi spricht englisch und kümmert sich ganz rührend um uns. Als wir ihm erklären wir sind mit Flugplan von Perpignan nach Moia geflogen fällt er aus allen Wolken. Das hat vor uns wohl noch niemand gemacht. Perpignan und Moia scheinen einfach inkompatibel zu sein. Trotzdem sucht er uns die Telefonnummer von Girona raus, wo wir tatsächlich unseren Flugplan schließen können. Anschließend besorgt er uns wegen des drohenden Gewitters einen Hallenplatz und fährt uns in die Altstadt von Moia. Dort will er uns 21:00 Uhr wieder abholen und zu einer Pension fahren.

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Wir machen einen Stadtbummel und suchen eine Gaststätte.

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Punkt 21:00 Uhr ist Jordi am vereinbarten Treffpunkt und fährt uns zu einer Hazienda, wo wir Bett und Dusche finden.

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Wir sind in Spanien!

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