Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

25.7.03, Nordsee

Wieder neben dem Flugzeug gezeltet. Der Morgen ist nebelverhangen, die Sichten reichen gerade bis zum Ende der Piste. Zeit für ein geruhsames Frühstück, ausgiebiger Check mit Katzenwäsche für Mensch und Maschine. Ein kleiner Erkundungsflug zur Vermeidung von Flugsuchtsymptomen. Dem Piloten mit der PA 28 geht es ähnlich, was zu Benzingesprächen und am Ende zu kleinen gemeinsamen Flügen mit beiden Maschine führt. Kurz vor dem Mittag reißt der Nebel auf, niedrige Basis zwar aber CAVOK mit ein klein wenig Optimismus in Sicht. Start, Insel Pöl und über Wasser in Richtung Schleswig Holstein.

Bewegungslos liegt die Ostsee da. Allerfeinstes Flugwetter. Kleine Kumuli und gute Sicht. Ich fliege mit Westkurs über der Ostsee. Timmendorfer Strand, Schleswig Holstein. Ziel Nordsee. Die kleinen Felder des Flachlandes gleiten unter den Flächen dahin. Irgendwo da südlich müsste schon Hamburg liegen, beim letzten Kartefalten war Heide Büsum eine Handbreit neben meiner Position. Büsums Asphaltpiste liegt quer zur Hauptwindrichtung. Die Tankanzeige nimmt mir die Entscheidung ab, und so finde ich mich alsbald im Sinkflug auf Büsum wieder. Vario auf minus eins, Büsum gerastet. Erste Landung im Westen und dazu noch ultraleicht unterwegs, also vorbildlichster Flugfunk um nicht gleich aufzufallen. Büsum schweigt eine Weile und antwortet mit plattdeutscher Ausführlichkeit: „Jo.“. Ein bisschen unklar ist mir schon noch die aktuelle Pistenrichtung, anderswo gab´s sogar Traffic- bleiben wir bescheiden und fragen noch mal nach. „Ich hab doch Jo gesagt“. Ein bisschen geht die Fluglage außer Kontrolle, mittlerweile ist der Windsack zu sehen, allerschlimmste Befürchtungen werden bestätigt also Pistenrichtung wirklich egal. Wunder über Wunder, Büsum gibt ausführliche Landeinformationen „29, Cross“. Propeller auf laut, Benzinpumpe ein, Transponder aus, Klappen 20°, Schleppgas. Der nötige Vorhaltewinkel lässt die Piste in 2 Uhr wieder auftauchen, dafür gibt’s noch kleine Böen. 20m, 15m, 10m sanft abfangen, Gas raus, halten, ausrichten aufsetzen. Den Quietscher konnte ich nicht vermeiden- immerhin 15kts glatt von der Seite.

Ich rolle die Bahn bis zum Ende durch und halte zum Mogasfassen. Mittagessen für Mensch und Maschine, Ungläubige begutachten den kleinen Flieger. Fachsimpelei, Triebwerk, Uhren und Knöpfe und so.

Eine Stunde später bin ich wieder in der Luft. Ich raste Wangerooge Info- die nächstgelegene Nordseeinsel. Laut Tobias Wetterbericht ist zum Abend mit Gewittern von den britischen Inseln kommend zu rechnen. Wangerooge Info meldet 30kts, Schauer. Der Entschluß abzudrehen fällt heute leicht. Das GPS rechnet mit reichlich 4 Stunden bis nach Hause. Also Linie fliegen. Ich kopple auf der Karte mit, mache es mir aber leicht. Unterwegs fange ich an zu rechnen. Bei durchschnittlich 12l/h und knapp 60l Tankinhalt wären nach 4 Stunden Flug noch 12l im Tank. Reicht das? Ich rechne mehrmals- schließlich ändert sich die ETA lt. GPS in Abhängigkeit vom Gegenwind. Freundliche Controller schicken mich durch alle EDR´s. Um 18:27 Uhr- nach 4 Stunden und 12 Minuten- setzt die Zodiac in Brauna auf der Piste 08 auf. Tankinhalt fünf Liter.