Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Nordkap 2008 - 9. Tag

Donnerstag 27.06.2008

ESGP (Göteborg Säve) - EDCG (Rügen-Güttin) 2.33 h, 388 km

Route

Route

Wetterguck am Morgen bringt die Ernüchterung. Die Wolken hängen tief und die Metars sind rot. Wir beschließen einmütig über das Wetter einfach nicht mehr nachzudenken und heute einen Kulturtag einzulegen. Und wir sind stolz auf unsere Prinzipienfestigkeit.

Auf der Festung gibt es 11:00 Uhr eine englische Führung und wir müssen uns sputen. Ich blase mich zum Simultan-Dolmetscher auf wir erfahren, der Taxifahrer hatte tatsächlich recht. Die Festung Bohus war lange Zeit norwegisch und manchmal hatten sogar die Dänen ihre Hände mit im Spiel.

Fars Hatt

Fars Hatt

Festung Bohus

Festung Bohus

Kulturtag

Kulturtag

Nachdem die Führung zu Ende ist schlendern wir noch durch die Festung und machen ein paar Fotos. Dabei fällt uns auf, dass der Himmel immer heller wird und schließlich ist sogar ein blauer Fleck zu sehen. Ich meine, wenn wir später jemand diese Fotos zeigen und sagen, wir haben eine Schlechtwetterpause gemacht, dann lachen die uns glatt aus. Wir missachten also unseren morgendlichen Beschluss und wandern zurück ins Hotel um nochmal das Wetter zu checken. Tatsächlich, die Metars sind durchgehend besser, obwohl an der Küste immernoch zwei mal rot zu sehen ist. Egal, wir packen. Ein Taxi bringt uns zurück nach Göteborg. 15:00 Uhr lokal sind wir in der Luft. Natürlich bekommen wir jetzt Gethomitis. Wenn alles klappt, müsste es zu schaffen sein.

Wir verlassen die Kontrollzone über Hjuvik und fliegen über die wunderbaren Schären. Dabei missdeute ich die schwedischen ICAO Karten und steige 200 Fuss über 1500. Prompt kommt die Ermahnung von Schweden Control: "Bitte fragen sie vorher nach einer Freigabe. Cleared for 2000 feet".

Es geht los

Es geht los

Säve Tower

Säve Tower

Formationsstart

Formationsstart

Hjuvik

Hjuvik

Speckgürtel Göteborg

Speckgürtel Göteborg

Kullavik

Kullavik

Nachdem wir den Göteborger Dunstkreis verlassen haben fliegen wir zunächst in 3500 Fuss über 4/8 Kumulanten die Küste entlang. Erst hinter Halmstad türmen sich die Wolken so hoch auf, dass wir auf 2500 Fuss sinken um darunter zu bleiben. Der Himmel ist jetzt bedeckt und wir müssen wieder ein paar Schauer umfliegen.

Halmstad

Halmstad

Südschweden

Südschweden

Richtung Malmö

Richtung Malmö

Malmö schickt uns weit um seine Zone herum, dafür können wir schon immer etwas Höhe aufbauen für den Sprung über die Ostsee. Am Ende fliegen wir knapp 4000 Fuss übers Meer. Der Horizont ist klar sichtbar, auch wenn über der Ostsee ein Wolkenband steht. Auf der Ostsee sind hin und wieder Schiffe zu sehen und auch zwei Segel leuchten in der Sonne. Die Segel behalte ich sorgfältig im Blick. Die könnten mich bei einer Wasserlandung wahrscheinlich am schnellsten rausfischen. Das ist aber gar nicht notwendig. Die Fasci schnurrt, genauso wie die TL96 vor mir und die CT neben mir. Die Pioneer ist wieder irgendwo unsichtbar hinter uns.

Ostsee

Ostsee

Horizont

Horizont

Es dauert nicht lange und vor uns kommt Land in Sicht. Deutschland wir kommen. Schweden Control entlässt uns zu Bremen Information. Es ist schon fast wie zu Hause, den deutschen Funk zu hören. "Bremen Information, D-MVBB formation, 40 miles north of Rügen, 4000 feet." "D-MVBB formation, Bremen Information, say again position." "D-MVBB formation 40 miles north of Rügen EDCG". Die kleine Ungläubigkeit geht runter wie Öl.

Deutschland

Deutschland

Rügen

Rügen

EDCG (Rügen-Güttin) - EDBX (Görlitz) 2.01 h, 375 km

In Rügen-Güttin fassen wir nochmal ein paar Liter AVGAS nach. Als ich für 20 Liter 50 Euro bezahle, wird mir dieser Wahnsinn erst richtig bewusst. Beim Bezahlen unterwegs klang das mit den fremden Währungen und mit Kreditkarte noch nicht ganz so schlimm.

Tanken in Güttin

Tanken in Güttin

Wir schütteln uns nochmal alle die Hand. Schulterklopfen, Händeschütteln, Träne wegwischen. Dann startet Ecki zuerst, weil er es mit seiner kaputten Propellerverstellung nur knapp bis Sonnenuntergang nach Kulmbach schafft.

Ernst und Horst müssen wie ich östlich um den Berliner Luftraummolloch herum. Wir fliegen also gemeinsam bis Eggersdorf. Übermütig tobe ich in der Gegend rum. Irgendwie ist eine große Last von mir abgefallen. So richtig habe ich unterwegs gar nicht realisiert, dass ich mich für vieles verantwortlich gefühlt habe. FIS ist zwar in den unbekannten Gebieten Gold Wert, aber einfach so gemeinsam auf der Bord-Bord Frequenz zu sein und Spasskurven zu fliegen ist eine wunderbare Entspannung.

Wieder mit Jeppesen

Wieder mit Jeppesen

Wasservögel

Wasservögel

Mecklenburg

Mecklenburg

Bei Eggersdorf dann nochmal ganz kräftig gewinkt und geschluchzt. TL96 und CT verschwinden Richtung Sonne. Ich schiebe die Gase rein und richte die Nase auf die Kraftwerke im Süden. Nur kurz gehe ich nochmal runter auf 2000 Fuss um die ETA-SMS an meinen PPR-Club-Flugleiter Rainer abzuschicken. Zwei Augenblicke später zieht Cottbus vorbei und gleich danach bleibt Boxberg rechts liegen. Die Landeskrone kommt in Sicht und der vertraute Flugplatz liegt vor mir. Noch ein tiefer Vorbeiflug an der Eibauer Halle, Chandelle, Anker werfen, Fahrwerk raus, Klappe setzen, weiche Landung und die Fasci ist wieder im Stall.

Mio C320

Mio C320

PocketFMS

PocketFMS

Kraftwerk Cottbus

Kraftwerk Cottbus

Görlitz

Görlitz

EDBX

EDBX

Flugleiter Rainer

Flugleiter Rainer

Wegfliegen ist schön, nach Hause kommen mindestens genauso. Wir waren 34 Stunden in der Luft, haben über 6000 km unter die Flächen genommen und unbeschreibliche Landschaften gesehen. In sechs neuen Ländern sind wir geflogen und 16 neue Flugplätze stehen im Flugbuch. Wir haben tatsächlich alle für 500 € eingekauften Karten gebraucht, außer 2x Schweden. Unsere Truppe war dieses Jahr klein aber gemütlich. Wir hatten unglaublichen Spass bei den Wodki-Abenden und sind uns sowohl in der Luft wie auch am Boden viel näher gekommen. Vier Personen sind als Reisegruppe optimal. Das gilt fürs Taxi genauso wie für die Zimmersuche. Da hat Christian letztes Jahr in Schottland als Telefonmann für 7 Personen wohl deutlich härter "gekämpft".