Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Nordkap 2008 - 8. Tag

Donnerstag 27.06.2008

ENVA (Trondheim) - ENHA (Hamar) 1.56 h, 293 km

Route

Route

Gestern sind wir nicht mehr zum Tanken gekommen. Deshalb rollen wir zuerst fast bis zum Rollhalt 27. Dort befindet sich die Tankstelle. Da wir keine Tank-Karte haben fordern wir beim Tower "Assistence for refuelling" an. Der schickt wiederum die Feuerwehr (Hatte ich schön erwähnt, wofür die Feuerwehr in Norwegen zuständig ist?) vorbei. Aber auch der wedelt nur mit hilflos mit dem Arm quer über die Piste Richtung militärisches Vorfeld. Dort steht eine Antonow 124-100 und wird von Tankfahrzeugen umwimmelt. Das kann noch eine Weile dauern. 45 Minuten später kommt dann doch endlich jemand und wir können AVGAS einfließen lassen. Was sind unsere bescheidenen 45 Liter / Flugzeug gegen die 80.000 Liter, die grade in die Ruslan geflossen sind?

Start 27

Start 27

Unser Tankblocker

Unser Tankblocker

Tower

Tower

ENVA

ENVA

Unser Plan ist heute ein Flug bis Hamar. Dort Pinkelpause und weiter bis Göteborg und damit Einreise in die EU und Schengen. Für die Ein- und Ausreise aus Norwegen gibt es für die GA die Regel, dass 4 Stunden vor Landung/Start ein Flugplan aufgegeben werden muss. Das habe ich heute früh im Hotel übers Internet erledigt. Heute sind wir in Norwegen ohne ICAO Karte unterwegs. Die letzte Ausgabe ist vom Anfang des Jahrtausends und längst vergriffen. Auch von den TNC und ONC Charts haben wir je nur ein Examplar bekommen.

Im Süden sind wieder jede Menge tiefe Wolken und Schauer. Wir folgen zunächst der E6 durchs Tal weil die Berge ihre Gipfel wieder in die Wolken stecken. Irgendwann melden wir uns bei Roros Tower um durch die Kontrollzone zu fliegen. Weil wir im Tal unterwegs sind, hört der uns erst als wir um die letzte Flußbiegung herum sind. "Roros Tower, D-MVBB Formation, 2 miles north of Nesvo, 2000 ft, request transit through your CTR along E6." "D-MVBB, Roros Tower, enter control zone. Do you want to make a low approach?". Das hat mich bisher auch noch kein Türmer (So ein richtiger, kein deutscher Möchtegern-Türmer :)) gefragt. Also hinab. Horst erzählt uns hinterher, dass er den Low Approach nicht mitbekommen hat, uns aber plötzlich die Piste anfliegen sah. Er also hinterher und Klappen gesetzt. Als er mitten im prächtigen Ausschweben ist, sieht er Star und Fasci vorne hochziehen. Ich hätte zu gern gesehen, wie er den Anker wieder eingeholt und die Pferde in den Hintern gepiekt hat. Am Boden wird jedenfalls kräftig gewunken und wir winken zurück.

Niedrige Basis

Niedrige Basis

E6

E6

Frontreste

Frontreste

Ålen

Ålen

Low Approach Røros

Low Approach Røros

ENRO

ENRO

Die E6 wendet sich hier nach Westen und dort stehen dicke Schauer herum. Deshalb beschließen wir die E6 zu verlassen und leicht nach Osten auszuweichen. Auch dort gibt es flaches Land mit Seen und das Wetter sieht besser aus. Wir umkurven ein paar Schauer und Berge und in diesem Stil geht es bis kurz vor Hamar die Basis hebt und die Wolken aufreisen. In Hamar ist eine Absetzmaschine auf der Frequenz und wir drehen noch ein paar Bonusrunden im Norden, weil er demnächst seine Fracht auskippen möchte. Bald sehen wir die Springer am Schirm hängen und drehen ins Endteil. Die Piste ist holperig und schmal. Wir rollen aufs Vorfeld. Hinterm Zaus ist ziemlich viel Publikum und wir merken, das da grade ein Hochzeitssprung im Gange ist.

Hedmark

Hedmark

Sølensjøen

Sølensjøen

Sølen

Sølen

Schauer

Schauer

Schauer

Schauer

Midtre Sølen

Midtre Sølen

Südlich der Front

Südlich der Front

Steinvik

Steinvik

Hamar

Hamar

Mich spricht ein Pilot wegen der PocketFMS Sticker auf der Fasci an. Er benutzt auch PocketFMS und will wissen, wie ich zufrieden bin. Ich kann nur erklären, dass ich jetzt seit 6 Tagen schon 4500 km unterwegs bin und alles prächtig funktioniert. Ausserdem hatte ich bisher alle Meldepunkte in der Datenbank, die die Garmin-Benutzer regelmäßig nicht sehen konnten, warum auch immer. Ich frage beiläufig nach Benzin. Es gibt zwar eine Tankstelle, aber die ist defekt. Er würde uns auch gern in die Stadt fahren zum Tanken, aber das dauert 30 Minuten und wir haben einen Flugplan. Ausserdem reicht der Sprit locker bis Göteborg. Es wäre halt nur dieser Tick Sicherheit, mit vollen Tanks zu starten.

ENHA (Hamar) - ESGP (Göteborg Säve) 2.05 h, 341 km

Das Wetter ist jetzt wunderbar. Am blauen Himmel stehen freundliche Kumulanten. Nach dem Start von Hamar werden wir sofort zu Oslo Approach geschickt. Offensichtlich führt unser Heading in seinen Anflugsektor und er bittet uns etwas nach Osten auszuweichen. Machen wir doch gern! Die norwegischen Berge weichen einer Tiefebene und bald taucht im Westen der Oslo Fjord auf. In Regma werden wir an Schweden Control weitergereicht und sind damit wieder im EU-Schengen-Land und also fast zu Hause. Ab jetzt geht es die wunderbare Schären-Küste entlang nach Süden. Wir fliegen komfortabel in 4500 Fuss über den Wolken und erst kurz vor Göteborg werden wir auf 1500 Fuss freigegeben. Wir stechen durch ein Wolkenloch und fliegen sehr entspannt über Lycke nach Göteborg Säve ein.

ENHA

ENHA

Abflug Hamar

Abflug Hamar

Flachland

Flachland

Querab Oslo

Querab Oslo

Hedekas (Schweden)

Hedekas (Schweden)

Uddevalla Brücke

Uddevalla Brücke

Schären

Schären

Stenungsund

Stenungsund

Insel Tjörn

Insel Tjörn

Verkehr

Verkehr

Endanflug 19

Endanflug 19

Göteborg City Airport

Göteborg City Airport

Der Tower

Der Tower

Der Tankwart kommt sofort und wir genießen AVGAS zu 1,30 Euro pro Liter. 4 Tage später schlägt dann auch in Schweden der Fiscus zu und AVGAS klettert auf 2,40. Dann schieben wir die Flieger auf die Abstellfläche. Ernst blickt zweifelnd auf sein Bugrad und zückt dann das Werkzeug. Und tatsächlich hat er einen dicken Riß im Rohr. Wir schmieden einen Plan und wandern dann rüber zur Feuerwehr. Aber da ist niemand. Sollte die Feuerwehr in Schweden eine andere Rolle spielen als in Norwegen? Am GAT Schalter finden wir die Feuerwehr dann doch und Ernst bekommt gleich das benötigte Werkzeug und Kleinteile. Ich fülle derweil allerlei Papier aus und bitte dann die Dame um eine Hotel-Empfehlung. Die zückt gleich das Telefon und ruft das erste Hotel an. Es dauert nicht lange, dann knallt der Hörer wieder auf die Gabel: "No, fully booked". Dieser Spruch wiederholt sich in den nächsten 30 Minuten mindestens 50 Mal. Bei jeder neuen Absage kommt ein demonstratives "No, fully booked". Sie ist irgendwie ratlos und telefoniert trotzdem stoisch weiter. Schließlich weichen wir nach Kungälv aus. Das liegt 25 km nördlich und dort gibt es wenigstens Einzelzimmer mit Aufbettung allerdings beinhart zum vollen Preis des Doppelzimmers. Besser als Bahnhof allemal.

Feldreparatur

Feldreparatur

Viel besser

Viel besser

Wir gehen zum Taxistand und nach dem Einsteigen fummelt der Fahrer irgendwie rum. Dann bläst er erst mal in eine Tüte bevor es los geht. Wir riechen trotzdem alle seine Fahne!? In Kungälv begrüßt uns eine altehrwürdige Burg. Eine Grenzfestung der Norweger, erzählt uns der Fahrer noch schnell, bevor er uns am Fars Hatt auskippt.

Festung Bohus

Festung Bohus

Heute ist wahrscheinlich der letzte gemeinsame Abend dieser Reise. Wir feiern unsere Erfolge und schmieden Pläne. Der schwedische Wikinger heisst Absolut. Der Abend endet in minimaler Unschärfe.