Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Nordkap 2008 - 7. Tag

Donnerstag 27.06.2008

ENAT (Alta) - ENDU (Bardufoss) 1.34 h, 214 km

Route

Route

Kein Dauerregen am Morgen, aber die Wolken sind auch nicht wirklich hoch. Wir lassen uns jede Menge Zeit beim Frühstück und machen dann noch einmal ausführlich Wetter-Guck und Wetter-Check. Das Regengebiet zieht langsam nordöstlich ab aber SkyView prognostiziert immernoch Regen, Schauer und Gewitter im Südwesten. Die Metars sind aber eigentlich wesentlich besser als vorgestern bei unserem letzten Versuch. Die mögliche Fluchtroute scheint direkt nach Süden an die schwedische Ostseeküste zu führen. Wir beschließen den Wettermann in Deutschland zu konsultieren. Der wiederum rät uns zur Westküste von Norwegen. Wenn wir einmal aus der Regenfalle rausgekommen sind, würde dort die nächste Front bei Trondheim viel schneller durchziehen. Allgemein gilt, je später desto gut. Wir packen also in aller Ruhe unsere Sachen und fahren zum Flughafen.

Mein erster Weg geht auf den Tower. Ich gebe einen Flugplan nach Svolvær auf den Lofoten auf mit Alternate Bardufoss. Der Lotse verbindet mich gleich noch mit der Wetterstation in Tromso. Es bleibt dabei. Wolken in 2000 - 3000 ft, die Front liegt stationär, schwächt sich aber weiter ab. Zum Abschied erklärt mir der Lotse noch trocken: "Die Schlechtwetterroute geht nach Norden aus dem Fjord raus und dann weiter über Wasser." Wir wollen uns die Lage aus der Luft betrachten und dann entscheiden, welche Route wir nehmen.

Beim Steigflug sehen wir schon, dass alle Berge am Horizont in den Wolken verschwinden. Also Schlechtwetterroute. Wir fliegen nach Norden ab und dann weiter durch die Fjorde und kurze Querverbindungen von Fjord zu Fjord in Seitentälern. Unter uns Wasser, links und rechts die Felswände, die oben bei 2500 ft im Wolkendeckel verschwinden. Es ist ein Flug wie durch ein Tunnellabyrinth. Die Reliefanzeige im PocketFMS macht das Navigieren zum Kinderspiel. Alles stimmt genau der Karte überein. An der Küste entlang gibt es fast überall eine Straße und das erzeugt ein Gefühl von Zivilisation und Geborgenheit, was sich wohltuend vom Flug durch die Nordland-Wüste unterscheidet.

Abflug Alta

Abflug Alta

Altafjorden

Altafjorden

Kafjord Point

Kafjord Point

Langfjorden

Langfjorden

Storfjorden

Storfjorden

Kurz vor Bardufoss werden die Fjorde enger und die Schauer dichter, aber die Basis bleibt stabil bei 2000 Fuß. Bei mir macht sich mittelschwerer Blasenüberdruck bemerkbar. Wir beschließen eine Toilettenpause in Bardufoss. "Bardufoss Tower, D-MVBB Formation, 20 miles northeast, for landing." "Bardufoss Tower, D-MVBB Formation, please say reason of landing in Bardufoss." "D-MVBB we do need to pee." Schweigen. 3 Minuten später: "D-MVBB Formation, please say again reason for landing." "D-MVBB Formation, I do need a bathroom." "Roger, cleared to enter control zone via Nora." Schließlich hüpfen wir noch über ein paar Hügel und haben den Flugplatz vor uns.

Tunnelfliegen

Tunnelfliegen

Schauer im Tunnel

Schauer im Tunnel

Bardufoss ENDU

Bardufoss ENDU

Rechts Quer 28

Rechts Quer 28

Final 28 Bardufoss

Final 28 Bardufoss

Final 28 Bardufoss

Final 28 Bardufoss

Ich rolle auf die Abstellfläche, springe aus dem Flieger und giesse ausgiebig den Rasen. Inzwischen kommt die Feuerwehr (sic) angefahren und meint, ich bräuchte ja eine Toilette, er kann mich gleich hinbringen. Ich melde Vollzug und wir hüpfen wieder in unsere Flieger. "D-MVBB formation, no plan, to Svolvær" "D-MVBB formation, roger, leave via SARA." Im Süden sieht es dunkel und bergig aus. "D-MVBB formation request to leave on runway heading." "D-MVBB cleared to leave on runway heading."

ENDU (Bardufoss) - ENSH (Svolvær) 1.13 h, 181 km

Als wir die Kontrollzone über dem Fjord verlassen, werden die Wolken spärlicher und die Sonne bescheint das herrliche Panorama. Wir haben es geschafft. Ab jetzt geht es mit Sonnenschein und Kumulanten Richtung Süden. Die Spitzen der Lofoten verstecken sich zwar immernoch vornehm in den Wolken so dass wir noch Evenes Tower für den Durchflug der TMA bemühen müssen aber es ist der blanke Genussflug. Die Lofoten erheben sich steil aus dem Wasser. Hinter einem schroffen Berg taucht die Piste von Svolvær auf. Es sieht fast so aus, als wäre die Piste ins Wasser hineingebaut worden.

Formationsstart

Formationsstart

Bardufoss

Bardufoss

Abflug in runway heading

Abflug in runway heading

Reisfjorden

Reisfjorden

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Festland

Festland

Fjelldal

Fjelldal

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Vagsfjorden

Vagsfjorden

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Kvannkjosen

Kvannkjosen

Svelingsflaket

Svelingsflaket

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Rechts Quer 01

Rechts Quer 01

Lofoten

Lofoten

Final 01

Final 01

Svolvær hatte laut telefonischer Auskunft vom Tower nur einen 60-Minuten Slot für GA Flugzeuge. Die Feuerwehr (sic) erklärt uns, dass das an Bauarbeiten liegt, aber heute nicht gebaut wird. Wir können uns also Zeit lassen. Horst will noch zum Tower wegen der Stempel fürs Flugbuch, aber dort dürfen wir nicht hin. Angeblich gibt es eine Anweisung, dass niemand zum Tower darf. Auch ein Anruf der Feuerwehr beim Tower ändert daran nichts.

Kurz nach uns kommt eine britische Mooney eingeschwebt. Der Pilot erzählt, dass sie von Tromso kommen und dort drei Tage wegen Wetter festgehangen haben. Originalton: "In diesem Kaff habt ihr absolut nichts verpasst!" Da waren wir mit Alta wohl gut bedient. In der Finnmark leben ca. 70000 Einwohner, davon 15000 in Alta.

Svolvær

Svolvær

Svolvær Tower

Svolvær Tower

Svolvær Tankstelle

Svolvær Tankstelle

Svolvær Tower

Svolvær Tower

Die Mooney bleibt nicht lange und fliegt dann weiter Richtung Bodo. Morgen wollen sie nach Bremerhaven fliegen um dem norwegischen Preisniveau zu entkommen.

ENSH (Svolvær) - ENVA (Trondheim) 3.16 h, 558 km

Wir haben die Tanks wieder voll und planen deswegen noch ein längeres Leg bis Trondheim. Wir fliegen zunächst in 3500 Fuss unter, später in 4500 Fuss über der durchbrochenen Bewölkung die sich aber bald auflöst. Links von uns bleibt Bodo liegen. Bodo Control fragt immer wieder nach unserem Transponder. Er hat offensichtlich keine Höhenangabe von uns. Rückfrage bei Ernst: „Transponder Mode C?“ „Positiv“. ATC beginnt zu erklären, da müsse noch ein Knopf am Transponder sein, mit dem Mode C eingeschaltet wird. „Please standby. I will make another aircraft sqawk.“ Ernst schaltet seinen Transponder aus und Horst seinen dafür an. „D-MVBB I do have altitude information now. Thank you.“

Festland

Festland

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Lofoten

Festland

Festland

Festland

Festland

Sörfolda

Sörfolda

Sörfolda

Sörfolda

Bodø

Bodø

Nach Süden

Nach Süden

Bodø

Bodø

Die überwältigende Fjordlandschaft zieht an uns vorüber und schließlich öffnet sich der Blick auf einen gigantischen Gletscher. Slartibartfass hat seinen Preis nicht umsonst bekommen.

Mårnes

Mårnes

Forsvatnet

Forsvatnet

Svartisen-Gletscher

Svartisen-Gletscher

Engabreen-Gletscherzunge

Engabreen-Gletscherzunge

Svartisen-Gletscher

Svartisen-Gletscher

Engabreen-Gletscherzunge

Engabreen-Gletscherzunge

Sonne Auf- vor Untergang

Sonne Auf- vor Untergang

Erst kurz vor Trondheim verändert sich das Gesicht der Landschaft. Es gibt größere Orte und sogar Industrie ist zu sehen. Es gibt sogar grüne Wiesen. Für das Auge eine Erholung nach all den überwältigend, großartigen Bildern der letzten Tage.

Steinkjer

Steinkjer

Zivilisation

Zivilisation

Skarnsundet Brücke

Skarnsundet Brücke

Trondheim empfängt uns freundlich mit einem „D-MVBB formation you are number 2 behind a Airbus in 5 miles final. Do you have the traffic in sight?“ „D-MVBB formation, traffic in sight“ „D-MVBB formation, enter final behind the airbus, caution wake turbulence!“

Final 27

Final 27

Nachdem wir in der Parkposition angekommen sind will uns der Feuerwehrmann-Follow Me Fahrer gleich ins Auto laden. Wir müssen aber erst mal ausladen und anbinden. In Trondheim gibt es ein Beton-Verankerung-Reifen-Transport-Gerät. Das sieht aus wie eine spezielle Sackkarre mit einem Haken zum Anhängen der Betonreifen – genial. Kaum steht die letzte Tasche auf dem Asphalt kommt der Feuerwehrmann zurück und fährt uns aus dem Flughafengelände raus direkt vors Hotel. Ok, das Hotel war nicht weit weg, aber irgendwie hat uns das doch umgehauen. Das Hotel selbst macht einen feudalen Eindruck, ist aber für Nord-Norwegen abgehärtete Luftwanderer ist das Preisniveau erträglich. Wir fallen ins Restaurant ein und ziehen um Mitternacht noch für einen Wikinger in die Bar. Draussen wird es schon verdächtig dunkel. Das sind wir nicht mehr gewöhnt.

Trondheim Tower

Trondheim Tower

Betonreifen-Karre

Betonreifen-Karre