Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Nordkap 2008 - 4. Tag

Montag 24.06.2008

ENVD-Nordkap-ENNA 2.12 h, 354 km

Route

Route

Am Morgen sind Sonne, Hafen, Stadt und Berge im Nebel verschwunden. Trotzdem fahren wir mit dem Taxi zu Flugplatz um auf besseres Wetter zu warten. Schließlich ist heute das Nordkap das Ziel und damit der Höhepunkt der gesamten Reise. Und tatsächlich, als das Auto die wenigen Meter zum Flugplatz hochfährt, gibt der Nebel die Piste frei.

Nebel

Nebel

Vadso

Vadso

Ein kurzer Besuch auf dem Tower um nochmal über das Wetter zu reden. Der Nebel bleibt kritisch. Nur eine kleine Drehung in der Windrichtung könnte die Piste in kurzer Zeit in Nebel hüllen. Einen Flugplan habe ich schon gestern Nacht übers Internet bei DFS-AIS aufgegeben und er ist tatsächlich im Tower in Vadso angekommen. Flugziel ist Honningsvag/Valan am Nordkap. Allerdings ist das Metar dort nicht VFR wegen Nebel. Als Alternate habe ich Hammerfest eingetragen. Der Tower bestätigt diese Planung. Valan ist für GA ausserhalb der Öffnungszeiten für Linienflüge geschlossen. Zwischen 11:30 und 12:30 gibt es allerdings ein Zeitfenster wo wir dort landen könnten.

Nebel am Pistenende

Nebel am Pistenende

Als ich aufs Vorfeld komme, sehe ich sofort dunkle Flecken unter den Rädern der Fasci. Cowling und Seitenverkleidung sind schnell entfernt und dann wird klar, dass ein Benzinschlauch im Cockpit undicht ist. Erleichterung macht sich zwischen den Ohren breit. Dieser Defekt sollte sich schnell beheben lassen. Ernst holt aus den Tiefen der TL96 passenden Benzinschlauch und 30 Minuten später ist auch die Fasci abflugbereit.

Feldreparatur

Feldreparatur

Benzinschlauch

Benzinschlauch

Wir drehen gleich an der Halbbahn Richtung Norden und lassen dem Nebel am Pistenende rechts liegen. Der halbfreie Flugplatz, der Fjord im Nebel, die Stadt teilweise sichtbar ist ein toller Anblick. Unsere Route führt uns nach Nordwest. Wir fliegen Richtung Berlevag und von dort über die Fjorde die Küste entlang bis zum Nordkap. Die Landschaft besteht aus sanften Hügeln und Bergen, die zum großen Teil mit Schnee bedeckt sind. Über Meer und Fjorden liegt große Nebelfelder. Der Flugplatz von Mehamn ist völlig frei und leuchtet in der Sonne. Hoenigsvag ist weiterhin im Nebel. Bodo Control schickt uns zu Valan Tower, obwohl das Zeitfenster für die Landung wegen der morgendlichen Reparatur eigentlich schon verstrichen ist. Valan begrüßt uns trotzdem freundlich, bestätigt allerdings das Nebelmetar. Dann meint sie, es wäre grad ein Sonnenstrahl zu sehen. Ich bitte sie mir zu berichten, wenn das Wetter auf VMC wechselt. Wir fliegen erst mal weiter nach Norden.

Nebel überm Varangerfjord

Nebel überm Varangerfjord

Nebel über Vadso

Nebel über Vadso

Landwirtschaft in Vadso

Landwirtschaft in Vadso

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Zwischen Vadso und Mehamm

Tanafjord

Tanafjord

Tanafjord

Tanafjord

Tanafjord

Tanafjord

Tanafjord

Tanafjord

Mehamm

Mehamm

Laksefjord

Laksefjord

Zwischen Mehamm und Nordkap

Zwischen Mehamm und Nordkap

Laksefjord

Laksefjord

Dort taucht das Nordkap vor uns auf. Zur gleichen Zeit meldet sich Eckhard aus der Pioneer im Funk: "Bitte nicht schneller als 160 fliegen. Mein Propeller spinnt." "Gehts trotzdem?" "Ja" "Wirklich?" "Jaja"

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Nordkap

Also umrunden wir übermütig das Nordkap. Der Felsen ragt steil aus dem Wasser. Wir sehen Horst tief unter uns um die Felsen kurven und schießen eifrig Fotos. Der Augenblick wird aufgesaugt und möglichst gut im Kopf verstaut. Hier werden wir wohl nie mehr hinkommen.

Als wir wieder nach Süden fliegen ist das Wetter in Valan immernoch IMC. Wir melden also unseren Alternate Hammerfest an. Valan ist hörbar verdutzt. "Hammerfest is closed for GA traffic. But please standby, I will confirm that". Und wenige Minuten später: "Yes, Hammerfest is closed for GA. I recommend Banak, ENNA" "Request Metar for Banak" "Visibility more then 1o km, clouds 1000 ft scattered. Leichter Regen". "Ok, we will go to Banak, thank you!" "Please report south of Valan"

Porsangen

Porsangen

Porsangen

Porsangen

Porsangen

Porsangen

Unsere Route führt uns jetzt direkt nach Süden. Am Ende des Fjords muss der Flugplatz sein. Das Wetter sieht dort ziemlich düster aus aber letzlich bestätigt sich der Metar. Ich drängle mich in der Platzrunde vor die TL96, weil mein Blasenüberdruck schon wieder beachtliche Höhen erreicht hat. Auf dem Vorfeld steht eine Maschine von Spanair. Deshalb heisst es wieder etwas warten auf die Jungs von der Feuerwehr bevor auch wir AVGAS zu 2.30 €/L bekommen.

Dann rücken wir geschlossen in den Tower ein. Der Lotse ist freundlich und gelassen wie alle Lotsen in Norwegen. Er druckt uns Metars und Notams für alle Plätze Richtung Südwest aus. Ein Lapsus wie Hammerfest soll uns nicht nochmal passieren. Die Metars sind alle marginal, aber nicht difficult. Wir beschließen: Erst mal losfliegen. Wenn das Wetter zu schlecht ist, irgendwo landen oder umkehren.

Banak

Banak

Banak ENNA

Banak ENNA

Banak

Banak

Banak Tower

Banak Tower

Banak Tankstelle

Banak Tankstelle

ENNA-ENAT 2.42 h, 62 km

Die ersten Kilometer gehen ganz gut. Wir rutschen unter niedriger Basis über die Berge. In dieser Höhe brauchen wir noch nicht einmal eine Freigabe für die TMA von Alta - wie "praktisch". Ein paar Schauer lassen sich auch gut umfliegen. Unsere Route führt uns jetzt übers Inland an der Grenze zu Schweden und Finnland entlang über Bardufoss nach Bodo. Diese Landschaft ist wirklich eine Wüste. Hier gibt es keine Straße, kein Haus, keine Wiese, keine Ebene. Nicht auf den nächsten 5, 10, 50 und auch nicht 100 km. Nirgendwo! Nur Berge und Täler und Schnee. Jeder Gedanke an Rotax, Motorausfall oder sonstige Probleme wird einfach aus dem Kopf verbannt. In meinem Kopf nagt zusätzlich der Gedanke an den Fasci-Regler, der schon wieder spinnt. Die Spannung klettert manchmal für Minuten über 17 V. Ich schalte dann den Hauptschalter ab. Da ich aber gleichzeitig der #Einzige in der Gruppe bin, der englisch funken kann, muss Ernst mit den Flächen wackeln, wenn jemand was von uns will.

Steigflug Banak

Steigflug Banak

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Alta Fluß

Alta Fluß

Alta Fluß

Alta Fluß

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Als die hohen Berge vor Bardufoss näher kommen, sinken auch die Wolken immer weiter ab. Längst fliegen wir über zwischen zwei Schichten. Die unterste gibt den Blick auf die abweisend unlandbar schneebedeckte zerfurchte Berglandschaft frei. Die Schicht über uns versperrt uns den Weg über die Berge. Wir wagen nicht unter der untersten Sicht in das Labyrinth der Täler Richtung Bardufoss einzutauchen. Vor uns stehen dicke Schauer. Wir beginnen auf der Karte nach Alternativen zu suchen. Links von uns sieht das Wetter viel besser aus. Also Schweden, Kiruna? Bodo Control ist nur sehr schwer verständlich. Trotzdem kann ich unsere Absicht nach Schweden auszuweichen rüberbringen. "You need a flightplan to cross the border to Sweden." "Yes" "Do you want to file a flightplan from the air" "YES". 2 Minuten später haben wir einen Flugplan und die Frequenz von Sweden Control. Inzwischen fliegen wir längst über schwedischem Territorium. Wenigstens ist Sweden Control im Gegensatz zu Bodo Control glasklar. Was uns bisher als wettermässig gute Richtung im Süden erschien ist jetzt wieder links von uns. Südlich eine dunkle Regenwand. "Please can you give me the latest Weather for Kiruna" "Visibility 4000 ft. Clouds overcast 400 feet, strong rain." Eine kleine Verzweiflung macht sich in einem wenig besuchten Hinterstübchen meines Gemütes an. "In that case we will go back north to Alta." "Confirm you go back to Norway?" "Confirmed!" "OK" So einfach kann das alles sein! Wenigstens kein Streß mit der flugsichernden Obrigkeit! In Flugrichtung sieht das Wetter jetzt tatsächlich besser aus. So gut, dass ich die Frequenz von Sorkjosen eindrehe und nach dem Wetter frage. Sorkjosen versteht mich allerdings nur mit 2. Und Bodo ist hier sowie wieder nicht erreichbar. Also fliegen wir weiter Richtung Alta. Aber auch dort ist inzwischen alles dunkel. Ich erkundige mich nach dem Metar: "Sicht >10km, 3000 ft broken." Was für eine Erleicherung. "We have a Shower in the southwest. Recommend to come in from west". Aus der Luft sieht es zwar im Süden besser aus, aber versuchen es erst mal im Westen. Und tatsächlich, als der letzte Schauer durch/umflogen ist, taucht vor uns völlig frei Alta auf. Wir melden Kafjo point und dann sind wir auch schon im Endanflug auf die 10. Wir sind alle vier froh, wieder festen Boden unter den Füssen zu haben. Der Flug war nicht wirklich unsicher, aber die großen Entfernungen zwischen den Flugplätzen und das Wetter in den hohen Bergen haben wir doch unterschätzt. Der Versuch nach Kiruna auszuweichen war unter den gegebenen Umständen überhastet und sinnlos.

50 km vor Bardufoss

50 km vor Bardufoss

50 km vor Bardufoss

50 km vor Bardufoss

50 km vor Bardufoss

50 km vor Bardufoss

Heller Streifen im Osten

Heller Streifen im Osten

Nordland

Nordland

Gutes Wetter im Osten

Gutes Wetter im Osten

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Wasserfall

Wasserfall

Wasserfall

Wasserfall

Richtung Alta

Richtung Alta

Nordland

Nordland

Nordland

Nordland

Alta ENAT

Alta ENAT

Endanflug 11 Alta

Endanflug 11 Alta

Während Ernst und Eckhard in der Kantine Kaffee schlürfen, suche ich mit Horst den Weg zum Tower. Horst hat neben der Abrechnung noch die Aufgabe der Flugbuchstempel übernommen. Ich verspreche mir vom Tower eine Empfehlung für ein Hotel. Und tatsächlich, unverdrossen wird dort sofort zum Telefon gegriffen und ein Hotel reserviert. Ausserdem wird der in der Luft aufgebene Flugplan gesucht und geschlossen. Jetzt sind wir frei.

Das Taxi bringt uns in Nordlicht Hotel und wir entspannen uns bei Lachs, Bier und Wikinger. Der Abend endet in Unschärfe.