Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Nordkap 2008 - 1. Tag

Sonnabend 21.06.2008

EDBX-EPKE 2.56 h, 542 km

Route

Route

Diesmal bin ich auf der Sonnenseite der Republik und kann in Ruhe abwarten, bis Ernst und Horst aus Großrückerswalde und Eckhard aus Kulmbach in Görlitz einfliegen. Pünktlich 9:00 Uhr sind dann alle drei zusammen in der Platzrunde. Das ist Timing!

Die Tankstelle ist leer und deshalb fahre ich noch schnell mit Kanistern Benzin holen. Der Flugplan ist für 10:00 Uhr aufgegeben. Gleichzeitig ruft AIS an und gibt mir die Ablehnung des Flugplanes von Ketrzyn EPKE nach Adazi EVAD durch. Das Routing um Riga ist das Problem. Vielleicht hätte ich extra drauf schreiben sollen, dass wir auch gern unter dem Deckel drunter durch fliegen?! 15 Minuten später kommt ein neuer Anruf: "Letzte Meldung ignorieren. Flugplan angenommen. Zusätzlichen Wegpunkt östlich von Riga einfügen."

Görlitz

Görlitz

Treffen

Treffen

Beim Flugleiter verabschiede ich mich mit "Tschüssi, wir fliegen jetzt nach Norwegen". Der ist gleich ganz aufgeregt im Funk wegen Zoll und Passkontrolle und überhaupt. Nun ja, wir wollen ja erst mal nur nach Polen. Da brauchen wir diesen Quatsch nicht mehr - Schengen sei Dank!

Und dann sind wir endlich doch in der Luft. Die ganze Hektik verschwindet mit der Neisse im Dunst hinter uns. Wir finden uns in der Formation, wie wir es ja schon vom letzten Jahr kennen. TL96 und CT kann ich gut und verlässlich an meinen Flächen sehen, nur die Pioneer bleibt wie immer unsichtbar.

Polen

Polen

Trödelmarkt in Lubin

Trödelmarkt in Lubin

Patchwork

Patchwork

Der Erstanruf in Polen holt mich auf den Boden der Tatsachen zurück. Der gelangweilte Nuschelfunker von Poznan ist einfach nicht zu verstehen. Das Flugplan-Routing hatte ich über einige Flugplätze als Wegpunkte um die allgegenwärtigen ATS herumgelegt, auch wenn einige davon laut aktuellem Airpspace Usage Plan (ja, den gibts wirklich) nicht aktiv sind. Poznan Information warnt uns zunächst vor Flugbetrieb auf einem Platz in der Route und schickt uns dann kurzerhand auf ein Direkt nach EPWK Kruszyn quer durch alle Gebiete hindurch. Sehr nett! Vielleicht ist sein gelangweilter Nuschelton ja nur Tarnung?

Polen bietet aus der Luft einiges. Von endlosen Feldern über aufgelassene und offene Flugplätze, vergiftete Baggerseen bis hin zu Kirchen und Schlössern ist alles zu haben. Die Landschaft erinnert an Mecklenburg.

Konin

Konin

Rieselfelder

Rieselfelder

Pilgerstätte Lichen Stary

Pilgerstätte Lichen Stary

Wloclawek an der Weichsel

Wloclawek an der Weichsel

Kurz vor der Weichsel werden wir zu Olsztyn Information abgeschoben aber es dauert noch 15 Minuten, bis der uns hören kann. Er selbst ist aber gut verständlich und die Flugfunkwelt kommt wieder ins Lot. Die Frequenz ist ziemlich voll. Wieder geht uns ein Klischee verloren. Der blechleere polnische Luftraum ist wohl auch nur eine Illusion.

Schließlich kommt Ketrzyn in Sicht. Natürlich gibt es keine Antwort im Funk, aber das hatte ich auch so erwartet. Der Windsack meldet Piste 33. Wir fädeln uns ein und landen wenig später auf Stauffenbergs Spuren.

Schauer

Schauer

Ketrzyn

Ketrzyn

Benzin-Shuttle

Benzin-Shuttle

Regenfront

Regenfront

Im Turm werkeln Handwerker. Ansonsten scheint der Platz verweist. Wir wandern in ein Büro und finden tatsächlich jemand, der etwas englisch spricht. Benzin gibt es trotz vorherigem Email-Verkehr keins am Platz. Der Nachtwächter (neudeutsch Security) setzt sich ohne zu zögern ins Auto und fährt mit Kanistern beladen 3x hintereinander in die Stadt zum Tanken. Das dauert zwar seine Zeit, aber den nächsten Flugplan nach Riga/Adazi habe ich bewusst mit viel "Luft" geplant. Als der "Tankwagen" von seiner letzten Fahrt zurück kommt, geht eine Böenwalze über den Platz und der Horizont wird dunkel. Wir zerren die Flieger in den Windschatten und binden sie hektisch fest. Dann prasselt ein Platzregen runter und es regnet 3 Stunden lang. Zeit genug für einen ausgiebigen Schwatz mit dem Tourismus-Manager des Flugplatzes und ein ebenso ausgiebiges Wetterbriefing. Aber schon das Regenradar des DFS Wetters endet irgendwo im Westen. Als ich den Flugplan zum zweiten Mal verschiebe, kennt mit die nette Dame von AIS Warschau bereits. Um 18:00 Uhr regnet es immernoch. Wir brechen die Warterei ab. Die AIS Warschau begrüßt mich am Telefon wie einen guten Bekannten. Der Flugplan wird auf den nächsten Tag verschoben. Dann fahren wir bei strahlendem Sonnenschein mit dem Taxi nach Ketrzyn. Es war trotzdem eine richtige Entscheidung. Wir wären der Front hinterhergeflogen und hätten sie wohl schnell eingeholt.

Die Front ist durch

Die Front ist durch

Das Hotel ist gut, leider ist das Restaurant reserviert. Also spazieren wir durchs Stadtzentrum und finden eine gute Gaststätte, die sich unserer annimmt. Mit Geschichten vom letzten Jahr und Plänen für die nächste Woche vergeht der Abend wie im Flug. Horst entdeckt auf der Karte ein Getränk namens Wodki und begründet damit die Wodki-Tour. Der Abend endet in Unschärfe.