Italien 2006 - 12. Tag
4.6.2006, Sonntag - Tschechien, Deutschland
Brno (Cz) Görlitz
Jens-Uwe hatte uns gewarnt. Auf dem Weg liegt eine Front. Beim Frühstück hatten wir zwar noch Sonnenschein, aber schon auf dem Flugplatz wird es trüber.
In der ersten Stunde sinkt die Basis stetig ab. Nicht dass es ungemütlich tief gewesen wäre, aber die Erfahrung von Fly&Go sitzt mir noch in den Knochen.
Nach einer halben Stunde ist die Front passiert und wir fliegen in herrlichstem Wetter nach Norden.
Die bekannte Silhouette des Zittauer Gebirges verbirgt sich dann doch wieder unter einem Wolkendeckel. Der Nordstau verhüllt die Gipfel, so dass wir zwar direkt am Jeschken vorbei fliegen, den Turm aber nicht sehen können.
Auf der Luftlinie nach Görlitz schneiden wir noch ein paar Kilometer von Polen an. Für uns das zehnte Land auf dieser Reise.
- Görlitz Info, D-MNTH Formation, zurück aus Schottland ähh Sizilien, 5 Meilen südlich, zur Landung.
- In Betrieb Piste 24, melden sie Endteil.
Wir sind wieder zu Hause!"
Fazit
Fliegen im Ausland ist das Salz in der Suppe. Jedes Land hat seine Spezialitäten.
In Frankreich sind die UL gleichberechtige Partner und automatisch anerkannt. Der Funk ist mit etwas Gewöhnung verständlich, die Luftraumstruktur chaotisch. Die Leute and den Plätzen sind freundlich.
Italien bietet mit seiner einmaligen UL-Tiefflug-Regelung, faszinierende Möglichkeiten. Das ungehinderte Fliegen, nur begrenzt von Sperrgebieten und im Umkreis von Flugplätzen ist eine wunderbare Erfahrung. Andererseits ist man von der Benutzung der größeren Flugplätze ausgeschlossen. Gerade im Süden Italiens haben wir die Erfahrung gemacht, dass die deutschen Buchstaben in der Kennung von den Italienern nicht als UL erkannt werden. Die italienischen UL sind, wie deutsche Segelflugzeuge, mit Zahlen registriert. Die größer werdende Liste der anfliegbaren Flughäfen deutet einen Wandel im Umgang mit UL an.
Die Gastfreundschaft, die wir auf italienischen Flugplätzen erfahren haben, ist unbeschreiblich, zum Teil fast schon beschämend. Wir wurden mit Autos in die Hotels und zu Tankstellen gefahren. Manche kamen extra unseretwegen mitten in der Woche auf den Flugplatz. Italien ist eine Reise wert. Besonders der Süden ist für uns Mitteleuropäer ein fremdartiges Land, das es unbedingt zu erkunden lohnt.
In Slowenien waren wir nur auf zwei größeren Plätzen, die sich aber Beide als Serviceoasen erwiesen haben. Sehr viel offizieller als die kleinen gemütlichen italienischen Plätze aber trotzdem absolut empfehlenswert und unkompliziert.
In Österreich haben wir eine sehr positive Erfahrung mit Pinkafeld machen können. Tschechien kennen wir ja schon von Flügen im kleinen Grenzverkehr. ATC ist hier immer professionell und hervorragend verständlich. An den kleinen Flugplätzen geht es entspannt und unkompliziert zu.
Das Fliegen mit mehreren Flugzeugen war gerade bei den Überwasserstrecken sehr beruhigend. Die Aufenthalte auf den Flugplätzen ziehen sich mit wachsender Zahl von Flugzeugen in die Länge. In der Luft haben wir hervorragend harmoniert.
Statistik
Flugzeit 42 hFlugstrecke 5500 km