Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Italien 2006 - 10. Tag

2.6.2006, Freitag - Italien

Molise (I) Monteportio (I) Venezia Saint Nicola (I) Portoroz (Sl)

Route

Der Morgen begrüßt uns mit Sonnenschein. Der Wetterbericht ist begrenzt optimistisch und meldet weiterhin lokale Schauer™ und Gewitter, jedoch etwas höhere Wolkenbasis als gestern.

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Zunächst fliegen wir die Küste entlang.

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Nach einiger Zeit werden die Wolken tatsächlich dichter und die ersten lokalen Schauer™ stehen in der Gegend rum. Wir suchen uns die hellsten Stellen und winden uns durch.

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Nebenbei gilt es immer wieder, den Kontrollzonen auszuweichen. Gelegentlich hören wir die Blitze im Funk prasseln.

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Ausweichflugplätze sind reichlich vorhanden. Da der Gegenwind etwas schwächer als vorhergesagt ist, können wir unser Ziel etwas weiter nach Norden hinausschieben. Wir entschließen uns für Monteportio.

Da wir uns wegen der unsicheren Wettersituation nicht vor dem Start auf ein Ziel festlegen wollten, müssen wir jetzt auf gut Glück anrufen. Die erste Aussage ist ernüchternd. Aber dann sollen wir in 15 Minuten nochmal anrufen. Und tatsächlich, es hat sich jemand gefunden, der rauskommt, um uns Benzin zu geben.

20 Minuten später kommt ein gut erhaltener Citroën DS aufs Gelände geschaukelt. Benzin gibt es sogar aus einer richtigen Tankstelle. Nur die Pumpe wird mit der Hand betrieben.

Zum Abschied werden wir noch vor den F16 in Pescara gewarnt. Wir entschließen uns, wegen des schlechten Wetters über dem Festland und wegen der Kontrollzonen, Luftlinie nach Venezia St. Nicolo zu fliegen. Dort müssen wir einfach hin.

Die Route führt uns direkt über Fano. Dann gehts raus aufs offene Meer und in respektablem Abstand zur Küste um alle Zonen herum nach Norden. Auf dem Meer sehen wir nur wenig Schiffe, dafür jede Menge Plattformen.

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Ich bin für jeden Hinweis dankbar, wozu diese Plattformen dienen sollen.

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An der Po-Mündung stoßen wir wieder auf Land. Hier verlassen wir auch die UL-Höhe und gehen wieder ins System. Das ist kein Problem und FIS schickt uns auf der Standard-VFR Route Richtung Venedig. Zum Glück haben wir einen Bottlang dabei.

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Ungefähr eine halbe Stunde vor Venedig erklärt uns FIS, Venezia wäre laut NOTAM bis 12:00 Uhr UTC gesperrt. Freudig erregt höre ich Christian dem Controller erklären, wir wären mit einem Holding von 10 Minuten über Venedig einverstanden um dann 12:00 Uhr zu landen. Und ich kann es nicht glauben aber der Vorschlag wird ebenso freudig angenommen.

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So kommen wir zu dem einmaligen Erlebnis, 10 Minuten über Venedig kreisen zu dürfen.

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Vom Flugzeug wird man in St Nicolo mit einem Auto abgeholt und 200 m zu den provisorischen Containergebäuden gefahren.

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Es ist noch niemand von der Verwaltung da, aber eine junge Frau vom Aeroclub nimmt uns sofort mit zu ihrem Lieblingsimbiss wo wir entgegen jeder (süd-?)italienischen Lebensart am Mittag schon Pizza bekommen.

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Die hübsche junge Dame von der Verwaltung erklärt uns, eine Passkontrolle zur Ausreise nach Slowenien sei nicht nötig. Man müsse nur die Personen und Ausweisnummern in den Flugplan schreiben. Also geben wir rasch einen Flugplan auf und starten mit Ziel Portoroz.

ATC legt Wert auf das Abfliegen der VFR-Route. Also geht es zunächst mal die Küste entlang, bevor wir übers Wasser dürfen.

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Kurz hinter GRADO werden wir zu Portoroz Tower geschickt. Und welche Erleichterung! Nach einer Woche italienischem Kauderwelsch endlich eine Frau mit klar verständlichem Englisch im Funk. Allerdings ist die Botschaft nicht so gut wie das Medium: Wind 25 kt 90° von der Seite.

Macht man den Anflug auf die 33 nicht sehr kurz, fliegt man hier unweigerlich nach Kroatien. Uns ist nicht ganz klar, ob das ein Problem ist. Jedenfalls macht Christian ein sportlich kurzes Endteil.

Die Begrüßung ist sehr gewinnend. Die Bodenmannschaft kümmert sich sofort um Benzin und will auch gleich noch die Flieger anbinden. Das machen wir aber doch lieber selbst. Am Schalter gibt es dann ein Begrüßungsschnäpschen. Hier können wir auch endlich Landkarten kaufen. Süditalien brauchen wir jetzt zwar nicht mehr aber Slowenien ist uns sehr willkommen. Insgesamt ein Schlaraffenland für Piloten!

Die Empfangsdame will uns auch ein Hotel besorgen. Das erweisst sich als schwierig, denn alles ist durch deutsche Pfingsturlauber ausgebucht. Schließlich findet sich eine Pension nur 2 km neben dem Flugplatz.

Der Abend endet auf der weinberankten Terasse mit Blick auf die historischen Salinen.

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