Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Italien 2006 - 9. Tag

1.6.2006, Donnerstag - Italien

Macri (I) Pulsano (I) Castelluccio dei Sauri - Fly&Go (I) Molise (I)

Route

Alfi hat uns die Telefonnummer von Alfredo gegeben, um uns immer mit neuestem Wetter zu versorgen. Das Wetter soll nicht prächtig werden. An der Ostküste viel Regen. Der Westen etwas besser. Im Norden Föhnlücke.

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Den Apennin wollen wir bei schlechtem Wetter nicht kreuzen. Und wie die Wolken schon bei gutem Wetter an der Westküste in den Bergen hängen haben wir auf dem Hinflug erlebt. Wir entschließen uns für einen Versuch an der flacheren Ostküste.

Kurz vor dem Start kommt Alfi nochmal angerannt. Die Prognosen haben sich weiter verschlechtert. Angeblich kein Durchkommen. Wir sollen da bleiben.

Das Wetter in Macri sieht sehr gut aus. Wolkig mit hoher Basis, Sicht unendlich. Also starten wir Richtung Molise. Zunächst ist der Flug ereignislos.

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Wir registrieren die Flugplätze auf unserer Route und stampfen nach Norden. Bei Taranto taucht vor uns eine schwarze Wand auf und kurz darauf pladdert es auch schon auf die Haube. Da wir gerade erst den Flugplatz Pulsano passiert haben, beschließen kehrt zu machen und nochmal in Ruhe das Wetter zu checken. (Insider wissen, hier fehlt noch eine Story. Die gibt es aber nur beim Lagerfeuer und einem Bier!)

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Wir sind zwar noch nicht lange unterwegs gewesen, möchten aber dennoch wenigstens die Zodiac volltanken. Als wir nach Benzin fragen fährt niemand an die Tankstelle sondern jemand drückt uns einen vollen Kanister in die Hand. Eine Bezahlung wird partout nicht angenommen!

Nach einer Stunde ist der Himmel im Norden wieder freundlich und wir sind bereit für einen neuen Versuch.

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Die Architektur ist sehr interessant. Wir können uns eine Weile damit entspannen. Die lokalen Schauer sind umfliegbar und die Basis sinkt nur langsam ab.

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Borchert und Christian franzen in der Zodi. TL96 und Fasci hängen sich dran. Bei Andria stoßen wir auf die Autobahn. Jetzt geht es weiter IFR (I follow road) entlang der Straße. Da wir sowieso unter 500 Fuß tief fliegen müssen fällt uns die niedrige Basis zunächst gar nicht auf. Erst als wir immer häufiger Regen auf der Haube haben, der die Sicht zusätzlich beeinträcht, wird uns bewusst, wie hoch die Hochspannungsleitungen eigentlich sind. Als wir beim überfliegen der Leitungen an den Wolken kratzen, ist Schluss mit Lustig. Eine verlassene Straße wird als Sicherheitslandebahn abgelehnt, weil der Flugplatz Fly&Go gleich in der Nähe sei, wo es angeblich sogar Benzin gäbe.

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Wir huschen kurz vor der riesigen schwarzen Wand rein und beruhigen erst mal die Nerven. Am Ende der Piste ist direkt auf der Pistenachse eine Halle im Bau. Zum Glück ist das Dach schon fertig. So können wir uns wenigstens in dem "lokalen Schauer" unterstellen.

Ansonsten ist Fly&Go aber eine Enttäuschung. Am Telefon wird uns erklärt, Benzin gibt es überhaupt nicht. Und überhaupt sei nur am Wochenende jemand vor Ort. Zum Glück haben wir noch für zwei Stunden Benzin an Bord.

Als der Schauer nach 90 Minuten vorbei ist, starten wir also wieder Richtung Molise. Das Wetter ist wie umgewandelt. Freundliche 4/8 Cumulanten in 2000 ft. Sicht unendlich bei reingewaschener klarer Luft.

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Erst kurz hinter unserem Ziel baut sich die nächste schwarze Wand auf.

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Wir landen auf der super gepflegten Grasbahn. Allerdings ist sie durch den Regen naß und rutschig, andererseits mit 500 m auch für schlechte Bedingungen lang genug.

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Wieder werden wir von den Piloten am Platz mit Hallo begrüßt. Einer telefoniert sofort nach Benzin und wenige Minuten später kommt ein Tankstellen-PKW mit 100 Liter Benzin in Kanistern angefahren.

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Nachdem die Tanks gefüllt und die Flugzeuge verzurrt sind werden wir ins Clubheim eingeladen. Der Kühlschrank ist mit Bier gut gefüllt und steht zu unserer Verfügung. Ein Pilot fährt inzwischen mit unserem Reiseleiter Christian (In jedem neuen Land packt er eine neue Sprache aus. Die Frage ist nur, ob sie passt Smiley) in die Stadt, um nach einem Hotel zu suchen.

Nach einer einstündigen Odyssee kommen sie freudestrahlend wieder. Diesmal werden zwei Autos mobilisiert, um uns zum Hotel zu fahren. Wir sind eben nicht mehr im Süden!

Der Abend endet im Hotel mit zwei zweiten Gängen. Für diesen Stilbruch werden wir von Toni, dem Kellner, mit Missachtung gestraft.