Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Italien 2006 - 8. Tag

31.5.2006, Mittwoch - Italien

Camiso (I) Reggio Calabria (I) Macri (I)

Route

Das Taxi bringt uns früh zum Flugplatz.

Foto

Gleich darauf kommt unser Gastgeber angebiked. Er hat inzwischen 5 Kanister Benzin besorgt und wir füllen den kostbaren Stoff in unsere Tanks.

Unser Plan für heute ist bis zur Südküste zu fliegen und dann die Ostküste entlang und zurück aufs Festland. In Etnavolo wurde uns empfohlen für den Flug entlang der Küste Catalina Approach zu rufen. Damit sind wir schon wieder halb im System und könnten von dort direkt weiter nach Reggio Calabria. Das sind drei Fliegen mit einer Klappe: Ostküste Sizilien und Straße von Messina und Benzin in LICR.

Foto

Die Fasci macht ihren Backtrack erst, nachdem die Zodi und die TL96 schon gestartet sind und prompt verlieren wir uns sofort nach dem Start. Wir wollen uns an der Küste treffen, aber auch das artet in 10 Minuten Holding aus. Die Fasci hatte uns unbemerkt passiert und war schon weit nach Osten vorgeprescht.

Foto

Alles weitere läuft nach Plan. Catalina schleust uns zwischen erstaunlich viel Verkehr durch.

Foto

Neugierig sind die Italiener aber doch!

Foto

Der Änta trägt heute wieder interessanten Kopfschmuck. Da ist von Lenti über Rauch bis zu Cumulus alles dabei.

Foto

Von hier fliegen wir Luftlinie übers Meer direkt nach Reggio Calabria.

Als wir noch ca. 20 km von dort entfernt sind gibt es plötzlich einen Knall und ein Zittern geht durch die Zodi. Christian brüllt: "Vogelschlag!". Der Motor läuft unbeeindruckt und ohne Vibrationen weiter. Der Propeller hat also nichts abbekommen. Trotzdem gibt es Adrenalinalarm.

Foto

Reggio Calabria lässt uns in Formation landen und wir können gleich an der Clubtankstelle Benzin fassen.

Foto

Nachdem die Bürokratie abgearbeitet ist wollen wir noch im Terminal etwas essen. Das Problem entsteht erst, als wir wieder aufs Vorfeld wollen und Bernd seinen Ausweis im Flieger liegen gelassen hat. Mit Polizeieskorte kann er aufs Vorfeld um den Ausweis zu holen. Der wird auf den Kopierer gelegt und dann sind wir endlich alle wieder draußen.

Wir stehen schon am Rollhalt und sind abflugbereit, als eine Boeing am Vorfeld losrollt. Auch Bereitschaft zum Sofortstart nutzt nichts. Die Boeing macht gemütlich ihren Backtrack und rotiert vor unserer Nase. Vor den Wirbelschleppen haben wir Respekt und machen daraufhin auch einen Backtrack.

Vor uns liegt ein Flug über die Stiefelsohle und den Golf von Tarent mit 110 km offenem Meer. Natürlich haben wir wieder die Schwimmwesten an. Nach dem Start klettern wir steil hoch über die Berge.

Es dauert nicht lange, bis die Basis absinkt und wir unter einer dunklen Wolkendecke fliegen, die auf den hohen Bergen aufliegt. Zum Glück führt unser Kurs an den Bergen vorbei und als die Berge aufhören werden auch die Wolken weniger. Dafür ruft uns jetzt FIS und schickt uns wegen eines aktivierten Sperrgebietes von unserer mühsam erkletterten Höhe auf 1500 Fuss runter. Und das soll genauso für den ganzen Golf gelten. Daran ändert auch eine hartnäckige Rückfrage nichts. Letztendlich ist es sowieso egal, ob man aus 1000 Fuss oder aus 5000 Fuss ins Wasser gleitet.

Als wir die Küste hinter uns lassen und geradewegs aufs offene Meer hinausfliegen ohne am Horizont Land zu sehen wird uns wieder etwas mulmig zumute. Der Gegenwind frischt über dem Wasser auf und wir haben für ungefähr eine Stunde nur noch Wasser unter uns. In der Mitte des Golfs ist für einige Minuten rundum kein Land in Sicht.

Foto

Umso schöner das Gefühl, als wir uns endlich wieder dem Festland nähern. Nach der ruhigen Luft über Wasser ist die Thermik zwar lästig, aber wohler ist uns doch.

Nach Macri sind es jetzt nur noch wenige Minuten. Im ersten Teil der Piste sehen wir einen Weg. Deshalb macht die Fasci eine lange Landung. Da hören wir über Funk: "Bremsen, bremsen, bremsen!" Kein Problem. 700 Meter sollten ja nun wirklich reichen, auch wenn wir die ersten 300 Meter weglassen.

Foto

Wir werden von Guiseppina und Alfi begrüßt und diese Reihenfolge ist Programm. Mit überschwenglich südländischem Temperament bugsiert uns Guiseppina ins Haus und wir fühlen uns ganz willkommen. Nachdem wir mit Eistee und Kaffee grundversorgt sind bringt uns Guiseppina ins 1 km entfernte Hotel. 20:30 Uhr sollen wir wieder da sein, dann gibt es Abendbrot.

Foto

Das Hotel macht einen feudalen Eindruck. In diesem Gemäuser können wir uns gut einen von Cäsar belohnten Landadligen vorstellen. Vom Zimmer geht es auf die Terrasse. Von hier kann man über Treppen, Schrägen viele weitere Terrassen und letztlich das ganze Haus erreichen.

Foto

Weil wir Guiseppina nicht noch mit einem weiteren Taxi-Dienst belästigen wollen spazieren wir die paar Meter zurück zum Flugplatz. Dort macht Alphi eine große Führung durch alle Hangars und demonstriert seine selbstgebauten Traktoren und Maschinen.

Foto

 

Foto

 

Foto

Dann beginnt das Abendessen. Guiseppina tischt auf während Alfi nichts isst, damit er die Unterhaltung bestreiten kann. Wir freuen uns noch über das leichte Essen als Christian der warnende Gedanke kommt: "Achtung Leute, dass ist wahrscheinlich nur die Vorspeise!"

Foto

Richtig! Nach dem 5 Gang sind auch die genudelt, die sich bei der Vorspeise noch zurückhalten konnten. Das eigentliche Problem sind dann aber der 6. und der 7. Gang. Sowas habe ich noch nie erlebt.

Viel später lässt es sich Guiseppina nicht nehmen uns mit dem Auto zurückzubringen. Zu Fuss kämen wir ja nicht an all den Hunden vorbei...

Foto