Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Italien 2006 - 7. Tag

30.5.2006, Dienstag - Italien, Sizilien

Scalea (I) Etnavolo (I) Camiso (I)

Route

Der Morgen begrüßt uns mit Mittelmeer und schönem Wetter.

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Die italienische Gastfreundschaft ist unendlich. Der Bauarbeiter holt uns früh am Hotel ab und bringt uns zum Flugplatz.

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Dort wartet schon Antonio und gibt uns gute Wünsche und eine Kontrollerfrequenz mit auf die Reise. Da wir aber UL sind, ignorieren das erst mal.

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Heute wollen wir zum ersten Mal eine größere Strecke über Wasser fliegen. Deshalb werden die Schwimmwesten angelegt, die eigentlich für den Ärmelkanal gedacht waren.

Zunächst geht es noch etwas die Küste entlang.

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Dann fliegen wir Luftlinie übers Meer Richtung Sizilien. Mit dieser Route wollen wir der Kontrollzone von Lamezia und der No-Fly-Zone über der Straße von Messina ausweichen.

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Immer weiter entfernen wir uns von der sicheren Küste. Längst haben wir den Gleitbereich verlassen. Ganz genau horchen wir auf jedes Geräusch. Jetzt ist es von Vorteil, dass wir mit drei Flugzeugen unterwegs sind. Im Falle eines Falles kann ein Flugzeug über den Schwimmern kreisen und das zweite Flugzeug hoch steigen und um Hilfe funken.

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Mitten im Meer treffen wir auf ein Kreuzfahrtschiff. Fasci und TL96 fliegen hin und sorgen für eine Abwechslung bei den sonnenbadenden Kreuzfahrern, die begeistert winken. Wir ermahnen die Fasci nicht zu wild zu fliegen. Nicht das ihre Silhouette noch irgenwelche Assoziationen weckt.

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Erleichtert erreichen wir nach 45 min wieder das Land.

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Wir klettern über die Berge Richtung Westküste. Der Norden Siziliens ist erstaunlich grün.

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Der Ätna zeigt eine kleine Rauchfahne. Sonst ist der Gipfel frei.

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Wir diskutieren, ob wir gleich hochklettern wollen um einen Blick in den Krater zu werfen. Wegen Blasendruck entscheiden wir uns dann doch für eine Landung in Etnavolo.

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Der Endanflug auf die Piste 21 ist sehr interessant, denn für den ersten Teil der Piste scheint ein Stück Berg abgetragen worden zu sein. Direkt neben der Piste geht der Berg steil nach oben. Wir halten respektvoll Abstand.

Sizilien empfängt uns mit drückender Hitze. Auch die Graspiste ist ausgetrocknet und eher staubig. Die Fasci wirbelt bei der Landung den Staub zu einer Bilderbuch-Wirbelschleppe.

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Aber wo bewässert wird, grünt und blüht es.

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In Etnavolo begrüßt uns Francesco Fichera, ein Anwalt der gerade seinen SkyArrow im Hangar verstaut. Wir fragen nach Benzin und er fährt uns sofort mit dem Auto und seinen Kanistern zur Tankstelle. Nachdem wir das Benzin in die Flieger umgepumpt haben bringt er uns schließlich noch zu einem Restaurant am Strand. Wir sollen uns unterwegs immer wieder den Weg einprägen, damit wir ihn dem Taxifahrer zurück zeigen können.

Wir springen gleich wieder ins Wasser, das uns heute viel kälter vorkommt als gestern Abend. Dann gibt es wieder Nudeln mit Meeresfrüchten - jedenfalls für die Unerschrockenen.

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Für den Rückweg fragen wir den Wirt nach einem Taxi. Der schickt uns seinen (Küchen?-)Jungen. Wieder pressen wir uns mit sechs Personen in einen kleinen Fiat und ab geht es zum Aviosuperfici Etnavolo. Zum Glück haben wir uns den Weg gemerkt.

Der Ätna hat jetzt seinen Gipfel in Wolken gehüllt. Mit einem Kraterfoto wird das wohl nichts mehr werden.

In der großen Hitze hat sich das Benzin soweit ausgedehnt, dass es bei der Zodi übergelaufen ist. Die ganze Kabine stinkt nach Benzin. Kurz darauf kommt von der Zodi die aufgeregte Meldung: "Benzinverlust - wir landen!"

Wir schweben alle wieder in Etnavolo ein und diskutieren die Situation. Dabei stellt sich raus, alle Maschinen hatten unter blauem Himmel Regentropfen auf der Scheibe, die von der fernen Etnawolke kamen. Nach gründlicher Durchsicht unter der Cowling und im Cockpit starten wir zum zweiten Versuch.

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Wir machen noch einen Abstecher nach Taormina.

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Das antike Theater stammt aus griechischer Zeit (3. Jahrhundert vor Christus) und wurde später von den Römern übernommen und stark vergrößert. Es ist das zweitgrößte auf Sizilien und fasste ursprünglich über 5000 Zuschauer.

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Dann geht es nördlich um den Ätna herum. Die Steigleistung lässt in der Nachmittagshitze stark zu wünschen übrig. Die Fasci muss 180 fliegen, damit die Temperaturen im grünen Bereich bleiben.

An ein Gipfelfoto vom Ätna ist inzwischen nicht mehr zu denken. Dort hat sich jetzt eine ausgewachsene Gewitterwolke gebildet.

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Also bestaunen wir nur ein paar Lavafelder. Dieses Haus ist vollständig von Lava eingeschlossen.

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Kurs West fliegen wir bis Troina.

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Von hier geht es direkt nach Süden zu unserem Ziel Camiso. Camiso ist ein kleiner Grasplatz bei Ragusa in Südsizilien. Wieder einmal können wir nur eine große Betonpiste finden, die sich zudem gerade im Bau befindet. Wir hatten vorher angerufen und wussten der Platz ist geöffnet. Fast wollen wir auf dem fertigen Teil der Piste landen, da meldet sich jemand im Funk und dirigiert uns zu einem Grasplatz 2 km nördlich.

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Von der Piste schieben wir die Maschinen ewig weit bis zu einem Gehöft, wo wir sogar einen Hangarplatz bekommen.

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Dann steigen wir alle 5 - wie gewohnt - zum Flugplatzbetreiber ins Auto und werden zu einem Hotel gefahren. Die italienische Gastfreundschaft ist grenzenlos.

Das Wichtigste im Hotel ist bei sizilianischer Hitze von 30° natürlich der Pool.

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Noch so einem Flugtag ist jedes Bier lecker, besonders unter Palmen.

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Mangels Anzug und Krawatte reicht es nur für ein Abendbrot im Restaurant zweiter Klasse mit einem Kellner 3. Klasse.

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