Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

16. Sachsenmarathon, 2007

Aus gutem Grund sei das Unwort Ersatzteilproblem zu vermeiden, nur soviel: Wenige Stunden vorm Willkommensbriefing in Brauna war schon wie damals in Gibraltar klar, dass nur die Zodiac dabei sein würde, während die D4 in unvollständigem Zustand, erheblich Flugstunden sparend, hangariert bleiben würde. Das wir uns fürs Zittauer Spekatkulum und überdies Sachsenmarathon entschieden ist- auch wenn schwer vorstellbar nicht Horst Kny zu verdanken- es war eine unserer allerbesten Ehefrauen welche uns insofern beriet, dass ausnahmsweise auch mal zwei Piloten in einem Flugzeug fliegen könnten. Wohl wahr, und Formationen wirds ja wohl genug geben.

1. Tag

Görlitz, Brauna
(Borchert)

Spektakulum statt Briefing- die Anreise auf den ersten Tag zu verschieben verschafft mir einen herrlichen Morgenflug mit depressiven Untergrenzen welche sich als löchrig genug erweisen um in FL 50 mit leider nur 67km/h Groundspeed Brauna entgegenzuschleichen.

Brauna, Altenburg, Auerbach, Riesa, Brauna
(Borchert + Tobias)
Flugroute

Immer im Glauben, Hanna Reitschs Idee zu leben, war nun laut Horst doch der Wolf Hirth Schöpfer der Idee des Luftwanderns. Gebrieft ist dann schnell, Gruppen gebildet, Kulmbach gecancelt, Alternate Altenburg. Respekt vor Wetter ist schon deshalb verständlich, da kaum eine Wiese unterwegs für 60 Sicherheitslandungen gereicht hätte, ferner die Organisatoren bei 60-X? Wiederstartgenehmigungen sicher umgehend den Verstand verloren hätten. Der obligatorische Eröffnungsfallschirm aus der D-MSBK fehlt. Wenig Ersatz bietet der neue Hightech-Windsack - genauer Windblech.

Besser als vorhergesagt ist dann das Wetter unterwegs, die Gruppen bleiben schön hübsch beieinander, bis auf die Zodiac, die sich dem Rennen aus ökonomischen Gründen entzieht. Altenburg empfängt als Turm mit Anflug über Echo, wobei uns unter geschickter Nutzung örtlicher Gegebenheiten der Wiederanschluß an die Gruppe gelingt.

Altenburg hat Sprit mit unglaublichen dreifachen Formalitäten, ein riesiges Vorfeld, welches nunmehr zum zweiten Mal an diesem Marathon perfekte Aufstellung der Teilnehmer und wenig überraschende Präsentation des Skylarks ermöglicht.

Mehr als Abfliegen hat Altenburg nicht zu bieten und so gehts weiter ins 25 Minuten entfernte Auerbach, welches uns am Morgen schon verloren wähnte; sicher besorgt um die vorsorglich bereitgestellten Unmengen an hervorragender Verpflegung.

Verdient hat sich die ausgedehnte Mittagspause in Anbetracht geflogener Meilen keiner. Was solls, wir lassen uns sogar auf eine Erläuterung zum Skylark ein.

Beim Weiterflug überlässt uns Gudrun Herbrich unserer Idealgeschwindigkeit und Eigennavigation, so dass die Gruppe Golf in ungleichen Hälften jeweils rechts und links an Chemnitz vorbeifliegt. Gemeinsam mit einer ebenso verloren gegangenen FK9 fliegen wir Nordost.

Eher unspektakulär, aber das hatten wir ja gestern, ist dann die Landung in Riesa jedoch mit unvergesslich beeindruckendem Einweiser. Wir entziehen uns den angebotenen Leckereien um schon im Ansatz den Hauch einer Kaffeefahrt zu vermeiden.

Schon um kein Airrace-Feeling aufkommen zu lassen, überholen wir auf dem Leg nach Brauna nur ein paar C-42 und setzen zum vorvorletzten Mal an diesem Tag auf.

Ein paar Jux-Miens-Flüge und Steaks später, frieren wir gemeinsam mit den Fliegerkameraden im Hangar bei Bier und Glühwein und freuen uns gemeinsam über diese und jene zum Besten gegebene Fliegergeschichte.

2. Tag

Brauna, Dvor Kralove, Roudnice, Brauna
(Borchert + Tobias)
Flugroute

Wider Erwarten gibts allerfeinstes Wetterchen- dem Briefingritual folgt die überraschend genaue Zollkontrolle. So wie gestern wird uns keiner abhängen- immerhin sind wir zum Formationsführer der Gruppe Hotel aufgestiegen. Gründlich wie noch nie erlebt die Zollkontrolle- gut für alle die genug Papier dabeihaben.

Immerhin 08:14 UTC geht die Gruppe in die Luft, die vereinbarte Quasselfrequenz finden nicht alle, Südostkurs zunächst allzu bekannte Gegend. Grenzüberflug beim Zittauer Gebirge, Jeschken rechts, Isergebirge links........

3. Tag

Brauna, Eggersdorf, Finow, Cottbus, Brauna
(Tobias, Gerhard)
Flugroute

Borchert drückt sich heute um die Flüge im erweiterten Platzbereich. Deshalb bin ich mit Gerhard unterwegs.

Auch Sonnabend hat uns Horst gutes Wetter gemacht. Wir starten wieder als Formation Hotel. Ein freundlicher Südwind bläst uns mit 20 kt nach Norden. Wir sehen die Cargolifterhalle glitzern zum ersten Mal entdecke ich die Slawenburg Raddusch aus der Luft. In Eggersdorf treffen sich alle Formationen in der Platzrunde, weil in Brauna die Schnellsten wieder zuletzt gestartet sind. Die Folge sind ausgedehnte Endanflüge quer durch Europa. Der straffe Seitenwind ist nur für eine C-42 eine Überforderung, die fußlahm von der Piste geschoben wird. Dieter und Jan starten sofort zurück nach Brauna um Ersatzteile besorgen.

Am Boden werden wir sehr freundlich mit Mittagessen empfangen. Marianne kommt uns aus Straußberg besuchen. Unsere Formation bröckelt weiter ab. Hotel 4 will nach Schönhagen fliegen um sein GPS zu reparieren...

Ein kurzer Hüpfer von 20 min bringt uns nach Finow. Auf der kurzen Strecke wird niemand eingeholt und so ist der Endanflug hinter nur zwei anderen Gruppen erträglich. Alle rollen geschlossen zum Museum. Hier wird alles über ostdeutsche Luftfahrt gesammelt. Darunter natürlich viel Armeegerät. Umso erstaunter und erfreuter bin ich, als aus der Piloten-Helden-Geschichte der geborgenen FW-190 aus dem zweiten Weltkrieg unversehens ein Bekenntnis gegen die Sinnlosigkeit aller Kriege wird.

Auf dem Vorfeld setzen die Diskussionen über den Rückflug ein. Wer knapp an Sprit ist, kann entweder in Cottbus tanken oder den Umweg auslassen und nach Brauna durchfliegen. Flugs löst sich Formation Hotel vollständig auf. H3 fliegt gleich weiter nach Westfalen und Hotel 2 direkt nach Brauna. Wir verbünden uns mit der JU aus Rothenburg/Görlitz zu einer neuen Formation Hotel und starten Richtung Cottbus.

Der Südwind ist inzwischen soweit eingeschlafen, dass der Sprit locker bis Görlitz reicht. Wir landen trotzdem in Drewitz, um noch einen Schwatz mit Bernd und Ernst zu machen.

Kurz vor Rothenburg löst sich auch diese Formation Hotel auf. Ich mache noch einen tiefen Überflug und wechsle auf Frequenz Görlitz. Dort höre ich schon die NC nach mir rufen. Nach drei Positionsmeldungen klebt die Z42 an der Fläche und wir fliegen die letzten Meter gemeinsam.

Nachdem die Zodi gut versorgt in der Halle steht, fahren wir mit dem Auto nochmal nach Brauna rüber um den Abschlußabend mitzunehmen. Die Besatzung der fußlahmen C-42 aus Eggersdorf können wir mit alten Geschichten über eigene Mißgeschicke nur mühsam wieder aufrichten. Genosse Horst hält eine lustige Rede ans Volk und beweist ungeahnte Qualitäten beim Quittieren der frechen Kommentare der Fasci-Gemeinde.