Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Flugtag 9. April 2007

Als ich früh auf den Starterknopf drücke, dreht sich der Propeller noch 1/2 Umdrehung, bevor der Anlasser keuchend aufgibt. Also kommt statt des Starts auf der 24 die Cowling runter. Ein Blick auf die Batterie offenbart die Misere. Am Wasser kann es nicht liegen, da ist nämlich keins drin. Nachdem die Batterie mit Wasser versorgt eine Stunde am Ladegerät saugen durfte, ist die Welt wieder in Ordnung. Für einen großen Flug ist es inzwischen zu spät. Der Wind hat aufgefrischt und weht jetzt mit 25kt aus 300°.

Ich fahre mit dem Finger über die Landkarte. Bei Leipzig gibt es noch einige unbekannte Flugplätze. Ich entschließe mich für Köthen. Falls sich unterwegs andere Plätze anbieten, will ich sie mitnehmen. Laut PocketFMS Flugplanung 220 km und ganz gemütliche 1:15 h. Mit dem Gegenwind eher 1.35 h. Was ich nicht ahne ist die stark turbulente Luft. Eigentlich wird das Wetter immer trüber, aber wo die Sonne noch durch die Wolken durchkommt rüttelt und schüttelt die Thermik an der Fasci wie eine Riesenfaust. Deshalb zuckele ich mit Manövergeschwindigkeit durch die Gegend. Die Groundspeed sinkt auf 130 km/h...

In Torgau geht niemand an den Funk, sonst hätte ich gern mit Eike einen Schwatz gemacht. Auch in Renneritz ist niemand am Funk und beim Kreisen über dem Platz ist kein einziger Flieger am Boden zu sehen. In Köthen dagegen meldet sich eine verrauschte und verknarzte Stimme im windigen Äther. Um die vielen Pisten zu sortieren und als Training für England mache ich erst mal einen Standard Overhead Join. Der Flugleiter warnt mich noch vor den Wirbeln zwischen den Sheltern aber die Fasci setzt sich brav auf die zur Piste umfunktionierte ehemalige Rollbahn inmitten der Bunker. Über Funk bekommt sie vom Flugleiter sogar noch ein Lob für ihre saubere Landung. Flugzeit insgesamt 113 min.

Flugleiter

Flugleiter

Piste? Nein!

Piste? Nein!

Der Flugleiter ist sichtlich erstaunt, dass er doch noch eine Flugbewegung bekommt. Ich fasse einen Stempel fürs Flugbuch und eine Apfelschorle ab und nach einem kleinen Schwatz geht es bald wieder zum Start. Die Wolkendecke hat sich inzwischen komplett geschlossen und es ist jetzt viel weniger turbulent. Deshalb bin ich mit > 250 km/h GS unterwegs. Die Landschaft zieht unter den Flügeln dahin wie im Film. Querab Klix melde ich mich schon in Görlitz, weil mein PocketFMS nur noch 5 min bis Görlitz anzeigt. Flugzeit zurück 58 min und damit fast doppelt so schnell wie in Gegenrichtung.