Rundflug durch die Oberlausitz Fliegerclub Eibau-Oberlausitz e.V. Sektion Ultraleicht

Flug-Tag der Arbeit 1. Mai 2006

Borchert und Tobias nach Pretzschendorf, Rudolstadt, Suhl und auf die Wasserkuppe

Beim Maifeuer am Vorabend haben wir folgenden Plan erdacht: Borchert der Frühaufsteher startet 9:00 Uhr Lokalzeit mit Hilfsflugleiter und der langsameren Zodi in Richtung Suhl. Tobi, die Nachteule, folgt nach offizieller Platzöffnung mit der Fasci. Als ich pünktlich 10:00 Uhr in Görlitz starte ist dort noch relativ dichte Bewölkung mit 2000ft Basis. Darunter Dunst und Turbulenzen.

10:03 Uhr auf unserer Luft-Luft-Frequenz:
Fasci: Soeben gestartet in Görlitz. Wie ist die Bewölkung auf der Strecke?
Zodi: Position Langhennersdorf, musste in Pretzschendorf Sicherheitslandung wegen Blasenüberdruck machen. Bewölkung 1/8.

Zodi

Zodi

über Wolken

über Wolken

Klingenberg

Klingenberg

Pretzschendorf

Pretzschendorf

Das klingt verheißungsvoll. Es gibt genug Löcher um über die Wolken zu klettern. Um den Dresdner Deckel will ich in 4500 ft über den Tops herumfliegen. Allerdings werden die Wolken nicht wirklich weniger. Dafür steigen die Tops langsam hoch. Der Wolkenabstand wird für Luftraum E zu knapp. Also sinke ich unter die Basis. Sofort beginnt es zu schaukeln und zu schütteln. Nach Passieren des Deckels steige ich schnell wieder on top. Inzwischen muss ich schon auf FL65 und bald sogar auf FL85 um über den Wolken zu bleiben. Dort oben ist es ganz ruhig und richtig kalt.

Die Entfernung zur vorausfliegenden Zodiac sinkt mit jeder Positionsmeldung und in Saalfeld habe ich sie schließlich eingeholt. Ich beginne mit dem Abstieg durch die Wolkenlücken. Als ich nach 80 min Flugzeit in Rudolstadt unter die Basis sinke sehe ich im Norden den Flugplatz.

D-BB: Position querab Rudolstadt-Groschwitz, 5000ft, unter der Basis.
D-TH: Position östlich Rudolstadt, wollen wir gleich hier landen? Ich könnte es gebrauchen.
D-BB: Positiv

Krawalli Bar

Krawalli Bar

Rudolstadt

Rudolstadt

Rudolstadt

Rudolstadt

Rudolstadt

Rudolstadt

Rudolstadt

Rudolstadt

Erst nach der Landung merke ich wie durchgefroren ich bin. Ich brauche erstmal etwas Warmes in den Bauch. In der Krawalli-Bar gibt es einen Kaffee und die Suppe wird mit den Worten angepriesen: "Die müsst ihr probieren, ist hausgemacht. An die werdet ihr noch in fünf Jahren denken". Nach einem Marsch quer über den Platz zum Tower bin ich wieder durchgewärmt. Der Flugleiter warnt uns vor der feuchten Piste in Suhl. Also rufen wir dort erstmal an. Die gestelzte Antwort: "Unter den gegebenen Umständen spricht erst mal nichts dagegen". Weniger optimistisch klingt es auf dem Dolmar: "Wir haben bergauf starken Rückenwind."

Thüringen

Thüringen

Ilmenau

Ilmenau

EDQS

EDQS

Suhl

Suhl

Der Anflug auf Suhl klingt durchaus interessant. Die Platzrunde wird durch den Berghang begrenzt und wenn man den Gegenanflug verlängert ist man auch gleich noch über der Stadt. Dazu 10 kt Seitenwind und eine ansteigende Piste 10. In der Praxis dann aber kein Problem. Wir holen uns den obligatorischen Stempel ins Flugbuch und der Zodi 30 Liter Benzin. In den 15 Minuten von Rudolstadt nach Suhl hat sich der Dialekt vollkommen verändert. Wegen des stärker werdenden Windes verzichten wir auf Dolmar. Aber für die Wasserkuppe könnte der Wind gerade passen! Also rufen wir dort an und holen uns eine PPR.

"Zwei ULs aus Suhl"
"Ich weiß nicht! Wollen Sie das wirklich? Wir haben starken Seitenwind."
"Wieviel denn?"
"12kt aus 200°, Piste 24"
"Das klingt doch gut, wir kommen!"

Dann rollen wir zum Start an die Piste.
Suhl: D-BB, beim nächsten Mal bezahlen Sie bitte ihre Landegebühren.
D-BB: Das haben wir brav gemacht. Genau wie die Tankrechnung. Mit Trinkgeld!
Suhl: Na dann - guten Flug!

Formation

Formation

Step-Up

Step-Up

Hessen

Hessen

Wasserkuppe

Wasserkuppe

Der "Teutsche Flieger-Berg" ist mit seiner Radarkugel unverkennbar. Der Flugleiter hat endlich mal nichts gegen vollständige Positionsmeldungen in der Platzrunde. Bei Start und Landung in Gegenrichtung natürlich auch doppelt wichtig.

Fliegerberg

Fliegerberg

"Altiport"

"Altiport"

Deutscher Flieger

Deutscher Flieger

Denkmal

Denkmal

Martialisch

Martialisch

Museum

Museum

Flugleitung

Flugleitung

Nach der Landung erleben wir die Wasserkuppe als touristisch voll erschlossenen Besuchermagnet. Wanderer, Biker, Autofahrer, Modellflieger, Gleitschirmflieger, Sommerrodler. Wir wandern um den Radardome zum martialischen Fliegerdenkmal. Als wir zurückkommen warnt uns der Flugleiter eindringlich vor der dunklen Front im Westen.

"Macht nichts, wir wollen ja nach Osten."
"Zurück nach Suhl?"
"Nöh, nach Görlitz"
"Oha. Da habt ihr ja noch was vor."

Nach dem Start fliegen wir noch bis Jena Formation. Dann wird endgültig klar, dass es die Zodi nicht bis 18:00 Uhr, dem Ende der offiziellen Öffnungszeit, nach Görlitz schaffen wird. Mit der Fasci wäre es kein Problem. Ich könnte dann Flugleiter für die Zodi machen.

Front

Front

Oberhof

Oberhof

Thür. Wald

Thür. Wald

Hermsdorf

Hermsdorf

Tharandt

Tharandt

Freital

Freital

Dresden

Dresden

Kurze Absprache und ich verabschiede mich mit einem Flächenwackler. Um in ruhiger Luft schneller fliegen zu können will ich wieder über die Wolken. Ich muss bis in FL95 klettern. Wieder wird es eisig kalt. Borchert hat schon in FL55 unter der Basis -1 Grad. Dafür komme ich jetzt mit 250 km/h GS voran. In dieser Höhe kann ich auch Luftlinie den Dresdner Deckel überfliegen. Mit wenig Benzin und umso mehr Höhe schwebe ich 17:40 Uhr in Görlitz ein. 40 Minuten später kommt auch die Zodi rein. Was für ein toller Flugtag!